Wo Klarheit kein Standpunkt ist, sondern ein Ergebnis: Kommunikation im B2B-Start-up

Für viele B2B-Start-ups fühlt sich Kommunikation an wie ein ständiges Hinterherlaufen: hinter Erwartungen, hinter Erklärungsbedarf, hinter der eigenen Ambition. Denn gerade in diesem Chaos der frühen Phase zeigt sich, wie herausfordernd es ist, ein technologisch anspruchsvolles Produkt zu erklären, Vertrauen aufzubauen und gleichzeitig den Grundstein für das Unternehmen zu legen.

Alle B2B-Start-ups stehen am Anfang meist vor derselben Herausforderung: Sie müssen komplexe Technologien verständlich erklären und gleichzeitig täglich Prioritäten jonglieren. Dass Kommunikation dabei nicht aus mangelndem Verständnis zurückfällt, sondern weil im Alltag schlicht zu wenig Zeit bleibt, ist den meisten durchaus bewusst.  

Besonders im direkten Gespräch wird deutlich, wie ähnlich die Erfahrungen trotz unterschiedlicher Branchen und Technologien sind. Das zeigen Interviews, die wir mit verantwortlichen Mitarbeiter:innen aus B2B-Start-ups geführt haben. Die Befragten beschreiben übereinstimmend, dass Kommunikation in ihren frühen Phasen vor allem eines ist: eine Herausforderung, die neben all den operativen Aufgaben schwer greifbar bleibt. 

Klarheit ist nicht Teil des Starter-Pakets

Start-ups betonen, dass eine klare Kommunikation nicht von Anfang an selbstverständlich ist. Vieles davon entsteht erst in der Praxis. In unseren Interviews wird deutlich, dass Botschaften am Anfang häufig roh sind. Nicht weil das Verständnis fehlt, sondern weil schlicht die Zeit fehlt, sie zu schärfen. Die Themenvielfalt ist groß, die To-Do-Listen noch größer und Kommunikation muss sich ihren Platz im Alltag erst erkämpfen. 

Hinzu kommt die technische Tiefe vieler Produkte. Gründer:innen denken in Systemen, Funktionen und Mechanismen und müssen gleichzeitig lernen, diese Inhalte so herunterzubrechen, dass Außenstehende den Nutzen erkennen. Das gelingt erst nach und nach: durch Präsentationen, Kundengespräche, Rückfragen und Feedbackschleifen. Je mehr Interaktionen stattfinden, desto klarer wird, was wirklich wichtig ist, und desto präziser werden die Botschaften. Für Start-ups ist Klarheit daher kein Ausgangszustand, sondern das Ergebnis zahlreicher Lernschritte.

Vertrauen kommt nicht von ungefähr

Auch Vertrauen ist für Start-ups kein Zustand, der automatisch entsteht. Viele berichten, dass sie anfangs enorm viel erklären müssen: neue Technologie, neue Prozesse, neue Herangehensweisen. Alles ist ungewohnt. Für sie selbst, aber erst recht für ihre Zielgruppen. Referenzen fehlen, Erfolgsgeschichten müssen erst geschrieben werden, und Glaubwürdigkeit wächst nur langsam, mit jeder weiteren bewältigten Herausforderung. 

Marketingverantwortliche von B2B-Start-ups beschreiben, dass Kommunikation in dieser Phase oft unter Druck stattfindet. Jede Aussage kann Erwartungen wecken oder Unsicherheiten verstärken. Deshalb ist Vertrauen in ihren Augen ein Gut, das immer wieder neu verdient werden muss. Es wächst, wenn sie transparent bleiben, offen über Fortschritte und Herausforderungen sprechen und verlässlich liefern. Mit der Zeit, wenn die ersten Projekte stabil laufen und die Technologie auf dem Markt etabliert ist, gewinnt Kommunikation an Ruhe, Tiefe und Selbstbewusstsein.

Kommunikation reift erst, wenn das Start-up es tut 

Während Start-ups zu Beginn oft reaktiv kommunizieren, zeigt sich später, wie sehr Kommunikation mit dem Unternehmen mitwächst. Am Anfang antworten sie vor allem auf das, was von außen kommt: Was macht ihr? Für wen ist das relevant? Wie funktioniert das? Mit mehr Erfahrung, Marktfeedback und ersten Erfolgen entsteht eine klarere Orientierung. 

Die Kommunikation wird strukturierter, weniger getrieben von technischen Details und stärker geleitet vom tatsächlichen Nutzen. Start-ups berichten, dass sie irgendwann beginnen, ihre Botschaften bewusster zu setzen, Prioritäten klarer zu formulieren und nicht mehr alles erzählen zu wollen, was im Produkt steckt. Kommunikation wird damit zu einem Spiegel ihrer eigenen Entwicklung: Je reifer das Start-up, desto fokussierter und zielgerichteter wirkt auch sein Außenauftritt.

Fazit: Kommunikation als Spiegel der Start-up-Realität 

Was aus den Aussagen der Start-up-Mitarbeitenden besonders hervorsticht, ist ein tiefes Bewusstsein dafür, dass Kommunikation untrennbar mit ihrer eigenen Realität verbunden ist: chaotisch, fordernd und gleichzeitig sinnstiftend. Sie beschreiben Kommunikation nicht als eine Aufgabe, die man perfekt planen oder vollständig kontrollieren könnte. Vielmehr erleben sie sie als etwas, das sich ihrem Tempo anpasst – oder sie dazu zwingt, ihr eigenes Tempo zu hinterfragen. 

Für die jungen Unternehmen wird Kommunikation damit zu einem Gradmesser ihrer eigenen Klarheit und Prioritäten. Sie zeigt ihnen, wo sie stehen, was sie schon greifen können und welche Fragen sie selbst noch nicht beantwortet haben. Oft spiegelt Kommunikation nicht nur wider, wie sie gesehen werden wollen, sondern auch, wie sie sich selbst sehen. Viele Start-ups berichten, dass genau darin die größte Herausforderung liegt: nicht das Formulieren, sondern das Verstehen. Nicht das Sprechen, sondern das Einordnen.

Technologiekommunikation für B2B‑Start-ups: von „läuft mit“ zu planbar wirksam

Wohl kaum ein anderes Umfeld ist so dynamisch und gleichzeitig so sensibel wie der Kosmos der B2B-Start-ups: Tech-Begeisterte entwickeln, verwerfen und überarbeiten. Gleichzeitig gibt es anfangs kaum Referenzen, Cases oder bekannte Markensignale. Vertrauen müssen Teams sich erst Schritt für Schritt erarbeiten. Und genau deshalb fehlt im Alltag oft die Zeit: Kommunikation läuft mit, statt sauber geplant zu werden. Viele bespielen zwar parallel mehrere Kanäle, steuern sie aber selten so konsequent, dass Kommunikation verlässlich Sales unterstützt und Wachstum beschleunigt.

Wachstumsdruck, knappe Ressourcen, hoher Erklärungsbedarf: In B2B‑Start-ups prallen in keiner Phase so viele Aufgaben gleichzeitig aufeinander wie rund um Go‑to‑Market und Skalierung. Während Produkt, Zielgruppen und Messaging noch in der Entwicklung sind, sollen Vertrieb, Hiring und Finanzierung bereits funktionieren. Kommunikation wird dadurch oft zum Mitläufer.

Für diesen Leitfaden haben wir deshalb mehrere Blickwinkel zusammengebracht: Benchmarks aus einer Umfrage unter Mitarbeitenden von B2B-Start-ups und Einschätzungen aus Experteninterviews mit Innovationshubs und Investoren. So treffen Innensicht und Außenperspektive aufeinander: Was Teams im Alltag tatsächlich leisten (und wo es klemmt), was Netzwerköffner und Kapitalgeber kommunikativ erwarten und welche Unterstützung in welcher Phase den größten Hebel hat. Ergänzt wird das durch unsere Agenturerfahrung aus der Begleitung junger B2B-Unternehmen auf ihrem Weg in den Markt.

Genau hier liegt der Hebel für junge Unternehmen: Gute Technologiekommunikation übersetzt Komplexität in klare Nutzenargumente, macht Vertrauen sichtbar und sorgt dafür, dass Marketing und Sales dieselbe Geschichte erzählen.

Das Ergebnis ist ein praxistaugliches Framework, das zeigt, was Kommunikation im B2B-Start-up-Alltag leisten muss, wo sie typischerweise scheitert und wie Teams Schritt für Schritt Struktur, Messbarkeit und Wirkung aufbauen. Ziel ist ein Setup, das Prioritäten setzt, Fortschritt über KPIs überprüfbar macht und Kommunikation vom Mitläufer zum planbaren Wachstumshebel entwickelt.

Fünf Muster, die fast alle B2B-Start-ups betreffen

Als zusätzlichen Realitätscheck führten wir eine eigene Umfrage durch (Details und alle Ergebnisse findest du im Whitepaper „B2B-Start-ups-Umfrage“). Dafür befragten wir 43 B2B-Start-up-Mitarbeitende aus unterschiedlichen Wachstumsphasen und Branchen. Trotz dieser Vielfalt zeigen die Antworten ein erstaunlich konsistentes Bild: Über Märkte und Reifegrade hinweg wiederholen sich ähnliche Muster. Daraus lassen sich fünf zentrale Learnings ableiten.

Hier geht's direkt zum Whitepaper!

1. Kommunikation ist Wachstumstreiber

B2B-Start-ups messen Kommunikation vor allem an ihrem Beitrag zum Wachstum: Leadgenerierung und Vertriebsunterstützung haben für viele oberste Priorität, eng gefolgt vom Aufbau von Markenbekanntheit. Kommunikation ist damit kein reines Imageprojekt, sondern ein zentraler Baustein im Go-to-Market.

Theresa Gröninger, Head of Sales and Marketing Cellumation, sagt dazu: „Gerade Gründer aus technisch geprägten Bereichen müssen erst verstehen, dass professionelle Kommunikation nicht schmückendes Beiwerk ist, sondern ein geschäftskritischer Faktor.“

2. Zeitmangel ist die größte Herausforderung

Der zentrale Engpass in der Kommunikation vieler B2B‑Start-ups ist nicht Kreativität oder Know-how, sondern ganz banal: Zeit und personelle Kapazitäten. Was als notwendig erkannt wird, lässt sich im Alltag oft nicht in der erforderlichen Tiefe umsetzen. Die Folge: Genau die Themen mit dem größten Langzeiteffekt (Strategie, stringente Prioritäten und saubere Erfolgsmessung) werden vertagt, weil Operatives drängt.

 

Andreas Löwe, Gründer und Gesellschafter von even logistics sagt dazu: „Für die Größe unseres Unternehmens haben wir viel zu viele Themen. Das ist organisatorisch und inhaltlich ein enormer Aufwand, der unser Team immer wieder an Kapazitätsgrenzen bringt.“

3. Externe Partner werden für Richtung und Wirkung gesucht

Wenn Start-ups externe Unterstützung suchen, dann vor allem dort, wo intern Routine und Ressourcen fehlen: PR/Medienarbeit, Strategie und kontinuierliche Planung. Gesucht sind Partner, die sowohl Sparring als auch Umsetzung bieten und nicht nur als reine Content-Fabrik dienen.

4. Strategie- und Marktverständnis vor Output

Bei der Partnerwahl zählen strategische Beratung und Branchen-/Marktkenntnis am meisten. Operative Produktion und Medienkontakte sind wichtig, kommen aber nachgelagert. Entscheidend ist ein Partner, der Geschäftsmodell und Zielmarkt versteht und Stories wirksam platzieren kann.

5. Viele Kanäle, wenig Fokus

B2B‑Start-ups sind kommunikativ auf vielen Kommunikationskanälen parallel präsent: Fast alle bespielen Website und Social Media, viele zusätzlich Messen, Fachpresse, Newsletter und Content‑Marketing. An Aktivität mangelt es also nicht. Trotzdem sagt rund ein Drittel, dass Strategie und roter Faden fehlen. Das Problem sind weniger die verfügbaren Bühnen, sondern Fokus, Priorisierung und eine klare Steuerung entlang der übergeordneten Ziele.

Matthias Schanze, Frühphaseninvestor im B2B-Bereich, sagt dazu: „In der Frühphase reicht für mich ein professionelles Minimum: eine kleine, seriöse Website und ein ordentliches LinkedIn-Profil des Gründers. Das sind die beiden wichtigsten Medien.“

Die aktuelle Lage: Wo Start-ups in der Kommunikation stehen

Die befragten Start-ups denken Kommunikation klar businessgetrieben. Gut 70 % nennen Leadgenerierung beziehungsweise Vertriebsunterstützung als primäres Kommunikationsziel. Und das ist logisch: Wer neue Märkte erschließt und erklärungsbedürftige Produkte verkauft, braucht Pipeline und Kommunikation soll dabei unmittelbar helfen. Markenaufbau ist zwar präsent, wird aber häufig nachgelagert betrachtet: als etwas, das „mitläuft“, wenn gerade Zeit ist. Die Umfrage zeigt damit vor allem eins: Kommunikation ist in vielen B2B-Start-ups bereits als Performance-Hebel verankert.

Umfrage unter 43 Mitarbeitenden aus Startups: „Welche Kommunikationsziele stehen für euch im Vordergrund?“

Mathias Bosse, Investor im Bereich Supply Chain und Logistik, sagt: „Wichtig ist für mich, ob sich die Unternehmen darüber bewusst sind, dass Kommunikation langfristig eine wichtige Disziplin ist. Es geht weniger darum, wie professionell sie aktuell kommunizieren, sondern darum, dass sie verstehen, dass dieses Thema mit zunehmender Reife essenziell sein wird.“

Beim Blick auf die Kanäle fällt zuerst auf: Die Teams sind äußerst aktiv. Social Media und die eigene Website sind die wichtigsten Säulen. Das sind genau die Plattformen, die Unternehmen am stärksten selbst steuern können. Messeauftritte, Fachpresse, Newsletter und Content-Marketing ergänzen die Palette. Gleichzeitig bleibt die Präsenz in Medien mit hoher, breiter Sichtbarkeit begrenzt: Nur ein kleiner Teil der Befragten ist in der Tages- oder Wirtschaftspresse vertretenDenn diese Medien liefern etwas, das sich über die eigenen Kanäle nur schwer koordinieren lässt: Unabhängige Relevanz und Glaubwürdigkeit über die bestehende Community hinaus. Dass Start-ups ausgerechnet an dieser Stelle über externe Partner nachdenken, ist deshalb naheliegend: Der Sprung in tagesaktuelle und wirtschaftsnahe Leitmedien folgt nicht der Logik von Owned Media, sondern der Logik von Redaktionen. Entscheidend sind Nachrichtenwert, Einordnung und Timing. Also die Fähigkeit, aus vielen internen Themen die wenigen herauszufiltern, die außerhalb der eigenen Produktwelt Relevanz haben, und sie so zuzuspitzen, dass sie journalistisches Gehör finden. Genau hier leisten spezialisierte Partner etwas, das Start-ups intern oft nicht abbilden können: Sie bringen Routine in der Themen- und Story-Entwicklung, kennen typische redaktionelle Anforderungen, bereiten Sprecher:innen auf Interviews vor, steuern Pitches und Abstimmungen und erhöhen durch Erfahrung (und oft auch belastbare Kontakte) die Chance, dass aus einem Meilenstein eine platzierbare Geschichte wird.

 

Umfrage unter 43 Mitarbeitenden aus Startups: „Welche Kanäle nutzt ihr aktuell für eure Kommunikation?“

Anonymes Zitat aus der Umfrage unter 43 Mitarbeitenden aus Start-ups: „Externe Hilfe brauchen wir eigentlich nicht – außer, um in das Handelsblatt zu kommen.“


Der Praxis-Case Sereact:

Von unterrepräsentiert zu Wirtschaftsleitmedien in 12 Monaten

Ausgangslage: Trotz technologischer Spitzenposition war Sereact zu Beginn in der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiert. Aufgabe war, eine erklärungsbedürftige KI-Robotik greifbar zu machen, Vertrauen in KI aufzubauen und das Start-up als glaubwürdige Stimme für intelligente Automatisierung zu etablieren.

Hier kommt additiv ins Spiel: Eine integrierte PR- und Content-Strategie mit journalistischem Anspruch und klarer Linie – über Fach- und Wirtschaftspresse und LinkedIn. Dazu: Aufbau von CEO Ralf Gulde als Gesicht und Vordenker (Thought Leadership) sowie Produktkommunikation entlang konkreter Use Cases.

Icon Roboterarm, Symbol für Spezialisierung auf Robotik-Kommunikation bei additiv

Ergebnis: In weniger als 12 Monaten wurde Sereact als Stimme für KI in der Logistik positioniert, inklusive Präsenz in Leitmedien wie Handelsblatt, FAZ, Bloomberg.

Strategie & Reifegrad: „Grob zufrieden“, aber da geht noch mehr

Viele Start-ups haben Grundlagen geschaffen und bewerten ihre Strategie als solide. Gleichzeitig bezeichnet mehr als ein Drittel die eigene Kommunikation als eher unstrukturiert. Auch die Gesamtzufriedenheit folgt diesem Muster: Die meisten sind zwar „grob zufrieden“, doch nur wenige würden ihre Kommunikation als wirklich stark oder exzellent einordnen. Die Kurzinterpretation: Das Fundament ist da, aber der nächste Professionalisierungsschritt steht häufig noch aus. Und der hat weniger mit noch mehr Kanälen oder Output zu tun, sondern mit Struktur, Priorisierung und Messbarkeit.

Umfrage unter 43 Mitarbeitenden aus Startups: „Wie zufrieden seid ihr aktuell mit eurer Unternehmenskommunikation insgesamt?“

Woran liegt‘s? Diese Pain Points legen der Kommunikation Steine in den Weg

Kommunikation ist für B2B-Start-ups kein „Nice-to-have“, sondern ein Wachstumstreiber. Sie soll Leads generieren, Vertrauen aufbauen und komplexe Produkte einem breiten Publikum verständlich machen. Das Problem: Im operativen Alltag bildet sie das Schlusslicht. Zwischen Produktentwicklung, Sales, Funding und Teamaufbau bleibt schlicht zu wenig Zeit, um Kommunikation konsequent zu planen und sauber umzusetzen. Die Folge ist ein reaktiver Modus: Kurzfristige PR-Anfragen, Messevorbereitung oder „schnell noch ein Post“ werden zwischendurch abgefrühstückt, während strategische Planung immer weiter nach hinten rückt. In der Umfrage nennen 81 % der Befragten fehlende Zeit/Kapazität als größten Pain Point.

Was sind eurer Meinung nach die größten Pain Points in eurer bisherigen Kommunikation?

Thorsten Hülsmann, Geschäftsführer, Digital Hub sagt: „Kommunikation hat in der frühen Phase meist einen niedrigen Stellenwert, weil Gründer mit Produktentwicklung, Marktfeedback, Teamaufbau beschäftigt sind. Im Vergleich steht Kommunikation klar hinter Vertrieb, HR und Funding.“

Wenn Kommunikation Wachstum antreiben soll, muss sie steuerbar sein. In der Praxis fehlt B2B-Start-ups aber oft ein belastbares Setup aus Zielen, KPIs und regelmäßigem Reporting. Dann bleibt unklar, welche Kanäle wirklich zum Wachstum beitragen und welche ins Leere laufen. Die Umfrage zeigt: 43 % arbeiten ohne Erfolgsmessung bzw. nennen fehlende KPIs als Pain Point; zudem treten Zeitmangel und fehlende KPIs auffällig oft gemeinsam auf. Ohne Messbarkeit verliert Kommunikation ihren Status als Business-Hebel: Budgets werden schwerer zu rechtfertigen, Learnings versanden, und der Fokus wandert von wirksamen Maßnahmen hin zu dem, was gerade am dringendsten wirkt.

Viele B2B-Start-ups sind auf vielen Bühnen gleichzeitig aktiv: Website, Social Media, Messen, Fachpresse, Newsletter, Content-Marketing. Fehlende Aktivität ist also nicht das Problem, sondern vielmehr das planlose Vorgehen. Wenn Positionierung, Kernbotschaften, Themenfelder und Prioritäten nicht fixiert und im Team verankert sind, entsteht schnell ein Flickenteppich aus Einzelmaßnahmen. Heute ein Produktfeature, morgen ein Hiring-Post, übermorgen ein Messe-Recap. Aber keine Storyline, die Wiedererkennbarkeit erzeugt und Vertrauen systematisch aufbaut. Entsprechend geben 27 % der Befragten „keine Strategie/kein roter Faden“ als Pain Point an.

Julian Seume, Director bei Wiferion, sagt: „Die Vielfalt der Kommunikationsformate ist so groß geworden, dass wir nicht alle Disziplinen intern voll abdecken können. Deshalb arbeiten wir weiterhin mit einer Agentur zusammen, insbesondere für strategische PR, redaktionelle Unterstützung und hochwertige Inhalte.“

B2B-Kommunikation scheitert selten daran, dass Start-ups keine Ideen haben, sondern daran, dass anspruchsvolle Kommunikation echte Expertise erfordert: Komplexe Technologie übersetzen, unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, sensible Botschaften sicher formulieren und gleichzeitig glaubwürdig bleiben. Fehlendes Know-how bedeutet dabei aber nicht, dass Start-ups schlichtweg keine Texte schreiben können. Vielmehr fehlt ihnen die Routine, aus Produktwissen eine klare, differenzierende Story zu formen, die in Fachwelt, Management und Einkauf unterschiedlich funktioniert. In der Umfrage nennen daher 24 % der Teilnehmenden „fehlendes Know-how“ als Pain Point.

Johannes Franke, Geschäftsführer von Startport, sagt: „Je nachdem, ob man mit einem Investor, einem potenziellen Kunden, einem Geschäftsführer oder jemandem aus der operativen Logistik spricht, müssen Inhalte anders erklärt, visualisiert und aufbereitet werden.“

Was muss Kommunikation für B2B-Start-ups leisten und wie können dabei externe Partner unterstützen?

Im Kern muss Kommunikation für B2B‑Start-ups drei Dinge leisten:

  1. Wachstum unterstützen: Nachfrage erzeugen, Leads qualifizieren und Sales mit Argumenten/Proof versorgen.
  2. Vertrauen aufbauen: Komplexe Technologien verständlich machen und Glaubwürdigkeit über Cases, Zahlen und Drittquellen sichtbar machen.
  3. Fokus und Messbarkeit schaffen: Prioritäten setzen, wiederholbare Formate etablieren und Wirkung über KPIs regelmäßig überprüfen.

Externe Partner können dabei besonders dort beschleunigen, wo intern die größten Engpässe liegen: Sie bringen Struktur in Strategie und Themenplanung, professionalisieren PR/Medienarbeit und sorgen für kontinuierliche Umsetzung.

Damit die Zusammenarbeit funktioniert, müssen Externe vor allem zwei Anforderungen erfüllen: strategisches Sparring und Branchen-/Marktverständnis. Erst danach zählen reine Produktionskapazität oder Kontakte. Entscheidend ist, dass ein Partner nicht nur Output liefert, sondern hilft, die richtigen Stories zur richtigen Zeit so zu platzieren, dass sie außerhalb der eigenen Bubble Relevanz entfalten.

Theresa Gröninger, Head of Marketing & Business Development bei Cellumation, sagt: „Gerade bei Investorenthemen oder sensiblen Botschaften braucht es Erfahrung, um sauber abzuwägen, was nach außen gehört und was nicht. Da hilft strategisches Sparring.“

Der Praxis-Case Wiferion – a PULS brand:

additiv als Teil des Teams

Ausgangslage: Wiferion (damals „Blue Inductive“) hatte anfangs zwar einen technologischen Vorsprung, war jedoch kaum sichtbar: praktisch keine mediale Präsenz, keine Cases, keine Referenzen. Die Website? Glich eher einer digitalen Visitenkarte. Gleichzeitig war das Thema induktives Laden im industriellen Umfeld neuartig. Vergleichbare Lösungen gab es keine.

Hier kommt additiv in Spiel: Statt nur Content zu „produzieren“, wurde Kommunikation als strategischer Wachstumstreiber aufgesetzt: mit klarer Positionierung, Nutzenbotschaften (statt Technik-Sprech), gezielter PR-Arbeit und einem kontinuierlichen Content-Takt. Ein Hebel war auch, dem Thema einen eigenen, verständlichen Begriff zu geben: „In-Process Charging“.

Ergebnis: Wiferion wurde nicht nur sichtbarer, sondern als Orientierungspunkt/Thought Leader in einem neuen Technologiefeld positioniert.

Julian Seume, Director bei Wiferion, sagt: „Gerade Kundenstories, Whitepaper oder technisch anspruchsvolle Inhalte sind Bereiche, in denen wir bewusst noch nicht vollständig auf KI setzen und externe Expertise hinzuziehen, weil hier fachliche Genauigkeit, saubere Argumentation und eine klare, glaubwürdige Storyline entscheidend sind.“

Case Wiferion, Markterschließung und Pressearbeit für Batterieladesysteme, PR-Agentur additiv

Fazit: Die drei größten Kommunikationsbooster

Die Umfrage zeigt: B2B-Start-ups sehen Kommunikation klar als Wachstumstreiber, stehen dabei aber unter erheblichem Zeitdruck und arbeiten oft eher reaktiv als strategisch. Diesem Defizit können Start-ups besonders effizient entgegenwirken, wenn sie an den folgenden Hebeln ziehen:

B2B-Start-ups sollten ihre Kommunikation nicht von Anlass zu Anlass planen, sondern längerfristig mit einem Halbjahres- oder Jahresplan für Kampagnen und Themen arbeiten. Zentrale Themencluster, Kernbotschaften und wiederkehrende Formate, beispielsweise monatliche Fachbeiträge oder Quartalskampagnen, geben dabei den Rahmen. So wird Kommunikation planbar, konsistent und anschlussfähig für spontane Anlässe.

Für die zwei bis drei wichtigsten Kanäle lohnt sich eine klare, schriftlich fixierte Strategie: Zielgruppen, Kernbotschaften, Formate. Darauf aufbauend sollten konkrete KPIs wie Leads, Anfragen, Downloads oder qualifizierte Kontakte definiert werden. So lässt sich regelmäßig prüfen, welche Kanäle wirklich zum Wachstum beitragen und entsprechend nachsteuern.

Zuerst empfiehlt sich ein solider Auftritt in Fachmedien über Fachartikel und Use Cases, um Vertrauen im Kernmarkt aufzubauen. Leitmedien wie Handelsblatt & Co. sollten dann gezielt für wenige, wirklich relevante Meilensteine genutzt werden. Hier zahlt sich die Zusammenarbeit mit spezialisierten Agenturen aus, die Branche, Story und Medienzugang zusammenbringen.

Die fünf Achillesfersen im Kommunikationsalltag von B2B-Start-ups

Kommunikation für technisch anspruchsvolle Produkte und Dienstleistungen ist unentbehrlich, aber auch eine Herausforderung. Und doch sind die Hauptgründe, warum sie häufig in B2B‑Start-ups scheitert, erstaunlich einfach. In einer Umfrage mit 43 Teilnehmenden aus B2B-Start-ups wollten wir herausfinden, welche Faktoren im Alltag wirklich bremsen und wo die größten Herausforderungen entstehen. Entgegen der gängigen Annahme liegen die Ursachen meist nicht in einem kleinen Budget, fehlenden Story-Ideen oder mangelndem Zugang zu Medien.

Für B2B‑Start-ups ist Kommunikation längst kein „nice to have“ mehr. Sie entscheidet über Sichtbarkeit, Vertrauen und letztlich darüber, ob ein Unternehmen in einem komplexen Markt überhaupt Fuß fassen kann. Das bestätigt auch unsere aktuelle Umfrage: Rund 70 Prozent der befragten Mitarbeiter:innen aus Start-ups sehen Kommunikation als direkten Wachstumstreiber, vor allem für Leadgenerierung und Vertriebsunterstützung.

Trotzdem zeigt der Blick in den Alltag vieler Teams ein anderes Bild: Kommunikation läuft oft nebenher, eingebettet zwischen Produktentwicklung, Vertrieb, Investorengesprächen und Messevorbereitungen. Genau aus dieser Spannung heraus entstehen die fünf größten Herausforderungen, die sich in der Realität bemerkbar machen.

1. Kommunikation im Stau: Zeitmangel und fehlende Kapazitäten

Der mit Abstand größte Pain Point ist gleichzeitig der grundlegendste: Zeitmangel. Rund 81 Prozent der befragten Mitarbeiter:innen geben an, dass ihnen im Tagesgeschäft schlicht die Kapazität fehlt, um Kommunikation in dem Umfang und mit der strategischen Tiefe umzusetzen, die eigentlich nötig wäre. Während operative Aufgaben, kurzfristige PR-Anfragen oder Messevorbereitungen immer Priorität haben, lässt sich ein strategischer, kommunikativer Fahrplan tendenziell nur schwer umsetzen.

Was hier zu tun ist

Viele der Zeitprobleme lassen sich entschärfen, wenn Kommunikation einen klar definierten Platz im Unternehmensalltag bekommt. Feste, nicht verschiebbare Slots für Strategie, Themenplanung und regelmäßige Reviews schaffen Verbindlichkeit und verhindern, dass die Kommunikation dauerhaft hinter operativen Aufgaben zurückfällt.

2. Fehlende Erfolgsmessung: Bauchgefühl ersetzt kein Reporting

Woher wissen Start-ups welche Kommunikationsmaßnahme wirkt, wenn keine messbaren Erfolge vorliegen? Die Umfrage zeigt, dass rund 43 Prozent der befragten Personen ohne klare KPIs arbeiten. Das ist allerdings weniger ein isoliertes Problem, sondern vielmehr ein Symptom des Zeitmangels. Wenn kaum Kapazitäten für die Erstellung von Inhalten vorhanden sind, bleibt für Analyse, Auswertung und Reflexion erst recht kein Raum.

Die Folge: Teams wissen häufig nicht mit Sicherheit, welche Maßnahmen wirklich Leads bringen, Vertrauen aufbauen oder Resonanz erzeugen. Entscheidungen basieren dann eher auf Bauchgefühl als auf Daten. Erfolgreiche Formate werden nicht konsequent weiterverfolgt, ineffektive Maßnahmen nicht gestoppt.

Was hier zu tun ist

Fehlende KPIs lassen sich nur dann überwinden, wenn Start-ups ihre Kommunikation messbar machen, ohne dafür riesige Ressourcen freiräumen zu müssen. Ein erster Schritt besteht darin, sich auf wenige, aber aussagekräftige Kennzahlen zu konzentrieren – etwa qualifizierte Anfragen, Downloads, Newsletter-Anmeldungen oder Engagement in klar definierten Zielgruppen. Schon eine kleine Auswahl an KPIs schafft Orientierung und hilft, Kommunikationsmaßnahmen regelmäßig zu hinterfragen. Gleichzeitig lohnt es sich, die Erfolgsmessung so einfach wie möglich zu gestalten: kurze monatliche Reviews, standardisierte Reporting-Templates oder automatisierte Dashboards senken den Aufwand erheblich und verhindern, dass die Analyse zu einem zusätzlichen Zeitfresser wird.

 

3. Den roten Faden verloren: Ohne Linie keine Wirkung

Auch das Thema Strategie spielt eine zentrale Rolle. Obwohl viele der befragten Mitarbeiter:innen ihre Kommunikation subjektiv als „gut aufgestellt“ einschätzen, beschreibt gleichzeitig ein Drittel diese als eher unstrukturiert.

Das zeigt ein typisches Muster: Die einzelnen Bausteine wie Kanäle, Inhalte oder Ideen sind vorhanden, es fehlt jedoch die verbindende Linie, die alles zusammenhält. Ohne klaren roten Faden wird Kommunikation schnell zu einer Sammlung einzelner Aktivitäten, die zwar Aufwand erzeugen, aber nicht systematisch aufeinander aufbauen.

Was hier zu tun ist

Ein fehlender roter Faden lässt sich nur dann beheben, wenn alle Kommunikationsmaßnahmen auf einer gemeinsamen, klar formulierten Linie basieren. Dafür müssen Start-ups zunächst ein präzises Verständnis davon entwickeln, wofür sie stehen, welche Geschichten sie erzählen wollen und welche Botschaften wirklich im Markt ankommen sollen. Sobald diese Grundlage definiert ist, entsteht automatisch mehr Ordnung: Inhalte lassen sich leichter priorisieren, Themen wiederkehrend aufgreifen und Kanäle gezielt auswählen. Dadurch wird Kommunikation nicht länger zur Aneinanderreihung einzelner Maßnahmen, sondern zu einem zusammenhängenden Narrativ, das Schritt für Schritt Vertrauen und Wiedererkennbarkeit schafft.

4. Expertise für Laien übersetzen

Hinzu kommt, dass vielen Start-ups das spezifische Know-how für PR, Storytelling und strategische Contentplanung fehlt. Fast ein Viertel der Befragten aus Unternehmen nennt diesen Schmerzpunkt ausdrücklich.

Das ist wenig überraschend: Die Teams bestehen häufig aus Expert:innen für Technologie, Engineering oder Forschung. Kommunikationskompetenz ist selten Teil der ursprünglichen DNA. Gleichzeitig sind genau diese Fähigkeiten entscheidend, um komplexe Produkte verständlich zu machen und echte Relevanz bei Fachpresse, Kunden oder Partnern zu erzeugen.

Was hier zu tun ist

Start-ups können diese Lücke schließen, indem sie einfache Storytelling-Strukturen nutzen, die dabei helfen, technische Inhalte in nachvollziehbare Probleme, Lösungen und Nutzen zu übersetzen. Gleichzeitig lohnt es sich, wiederkehrende Story-Formate wie Use Cases, Markttrends oder Kundenperspektiven zu definieren, damit nicht jedes Mal von vorne gedacht werden muss. Dennoch bleibt Storytelling gerade im B2B ein anspruchsvolles Feld, das Erfahrung und Medienverständnis erfordert. Externe Unterstützung kann hier wertvollen Mehrwert bieten: Sie bringt frische Perspektiven, journalistisches Handwerk und strategische Klarheit mit – und hilft, aus technischen Details starke Geschichten zu formen, die bei Fachpresse, potenziellen Kunden und Partnern wirklich ankommen.

5. Auf zu vielen Hochzeiten tanzen: Viele Kanäle, wenig Fokus

Ein weiterer Befund zeigt, warum Kommunikation trotz hoher Aktivität oft nicht die gewünschte Wirkung entfaltet: B2B‑Start-ups sind auf erstaunlich vielen Kanälen unterwegs. Fast alle nutzen eine eigene Website und Social Media. Die Mehrheit nutzt zusätzlich Messen, Fachpresse, Newsletter, Content-Marketing und verschiedene Nischenkanäle.

Doch es fehlt häufig an Priorisierung. Viele Kanäle werden bespielt, aber nur wenige wirklich konsequent gesteuert. Was auf den ersten Blick nach hoher Sichtbarkeit aussieht, führt in der Praxis zu Fragmentierung und zu dem Gefühl, viel zu tun, ohne wirklich voranzukommen.

Was hier zu tun ist

Nicht jeder Kanal muss dauerhaft bespielt werden. Entscheidend ist, welche zwei bis drei Kanäle tatsächlich Wirkung erzielen und am engsten mit den eigenen Zielen verbunden sind. Wenn diese Kernkanäle definiert sind, lässt sich der Aufwand deutlich reduzieren und die Qualität gleichzeitig steigern: Inhalte werden konsistenter, Botschaften klarer und Maßnahmen messbarer. Für alle weiteren Kanäle gilt: Sie können ergänzen, aber dürfen nicht treiben. Ein schlankes, fokussiertes Set-up verhindert, dass Kommunikation in viele kleine Einzelteile zerfällt.

Fazit: Wenn Ordnung Wirkung schafft

B2B‑Kommunikation ist anspruchsvoll. Aber sie kann zu einem enormen Hebel werden, wenn sie mit der richtigen Struktur, klaren Prioritäten und einem durchdachten Setup umgesetzt wird. Die Umfrage zeigt eindeutig: Die Herausforderungen liegen nicht in fehlenden Ideen oder Budgets, sondern in strukturellen Engpässen, fehlender Steuerung und einer zu breiten Kanalstreuung.

Wer tiefer verstehen möchte, wie andere Start-ups mit ähnlichen Hürden umgehen und welche Ansätze sich dabei als hilfreich erwiesen haben, findet im vollständigen Whitepaper eine umfassende Auswertung und konkrete Empfehlungen.

Ohren spitzen: So werden Unternehmen durch den richtigen Podcast-Auftritt zum Thought Leader

Wie erreicht man Entscheider:innen heute wirklich? Während Social Media immer lauter und Whitepaper immer länger werden, verlagert sich ein großer Teil der Aufmerksamkeit dorthin, wo keine Bildschirme nötig sind: ins Ohr. Podcasts entwickeln sich zur vielleicht persönlichsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Bühne im B2B-Bereich.

Ob True Crime, Lifestyle oder Politik – Podcasts sind so beliebt wie nie zuvor. Doch nicht nur die Consumer Podcasts generieren Rekordzahlen, denn auch im B2B erreicht das Medium immer mehr Hörer:innen. Grund dafür ist das veränderte Nutzerverhalten: Zwischen Informationsflut und Zeitmangel greifen Entscheider:innen zunehmend zu Formaten, die Tiefe bieten, ohne zusätzliche Bildschirmzeit zu erfordern. Laut der B2B Podcast Benchmark Study 2025 von PwC hören rund 42 Prozent aller B2B-Entscheider:innen mindestens einen branchenspezifischen Podcast in der Woche. Dieser Beitrag zeigt, warum Podcasts gerade im B2B so wirkungsvoll sind und wie Unternehmen das gezielt für sich nutzen können.

Der Schlüssel zu Entscheider:innen ist ein Mikrofon

Der Alltag eine:r B2B-Entscheider:in ist stressig: zwischen Meetings, E‑Mails und kurzfristigen Abstimmungen bleibt wenig Zeit, sich konzentriert und in Ruhe mit tiefgehenden Informationen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig ist der Wunsch nach kuratiertem Branchenwissen größer denn je. Während ausführliche Whitepaper viel aktive Lesezeit in Anspruch nehmen und snackable Social-Media-Beiträge zu oberflächlich sind, vereinen branchenbezogene Podcasts das Beste aus beiden Welten: Sie bieten inhaltliche Tiefe und gleichzeitig die Flexibilität, sie in sonst eher unproduktiven Zeitfenstern zu konsumieren, ohne die Zuhörer:innen an den Bildschirm zu binden.

Gerade komplexe Branchenthemen in einem sich ständig verändernden Markt haben einen hohen Erklärungsbedarf. Dem Digital Audio Report 2025 zufolge nutzen bereits 67 Prozent der Entscheidungsträger:innen im DACH-Raum regelmäßig Podcasts zur beruflichen Weiterbildung. Das ist kein Zufall, denn Podcasts bieten etwas, was kein geschriebener Text kann: eine Stimme. In der gesprochenen Sprache wirkt Fachwissen oft zugänglicher, weil die Stimme Nähe und Orientierung schafft, die das Verstehen erleichtert und Vertrauen schafft. Auch der Dialogcharakter spielt dabei eine wichtige Rolle: Podcasts, die im Gespräch mit mehreren Expert:innen stattfinden, lassen Raum für Rückfragen, intuitive Zwischeninfos sowie veranschaulichende Beispiele.

73 Prozent der Entscheider:innen halten Unternehmen mit eigenen Podcasts daher für kompetenter und vertrauenswürdiger. Das zeigt die B2B Trust Barometer Study 2025.

Mikro an und drauf losreden? Das macht einen guten Podcast für einen Unternehmensauftritt aus

Die Nachfrage nach B2B-Podcasts ist also hoch. Und das Angebot auf Seiten der Unternehmen? Stetig im Wachstum. Eine Studie von zweihochzwei und der FH Wiener Neustadt hat ergeben, dass bereits 45 Prozent der Befragten Podcasts aktiv in ihre Kommunikationsstrategie integrieren. Ein eigener Unternehmenspodcast klingt oft attraktiv, bedeutet in der Realität aber einen erheblichen redaktionellen und organisatorischen Aufwand: Von der Themenplanung über Moderation, Aufnahme, Schnitt und regelmäßige Veröffentlichung bis hin zum Reichweitenaufbau dauert es lange, bis ein Format wirklich wirkt. Für viele Unternehmen ist dieser Einsatz kaum leistbar. Umso sinnvoller ist es, stattdessen als Gast in bereits etablierten Branchenpodcasts aufzutreten. Ob man sich nun für einen eigenen Podcast oder für Gastauftritte entscheidet – in beiden Fällen gelten dieselben Spielregeln für einen überzeugenden, glaubwürdigen und wirkungsvollen Auftritt.

 

  • Expertenwissen statt Marketing-Sprech: Hörer:innen nutzen B2B-Podcasts in erster Linie zur Weiterbildung in branchenspezifischen Themen. Unternehmen stehen daher unter dem Druck, praxisnahen Mehrwert zu bieten. Wer stattdessen auf nur Produktbotschaften setzt, verliert an Glaubwürdigkeit. Wer jedoch Expertise, Haltung und Branchenkompetenz in den Vordergrund stellt, baut Vertrauen auf und stärkt seine Positionierung als Thought Leader.

 

  • Zielgruppengerechte Themen: Erfolgreiche Unternehmenspodcasts behandeln Themen, die den Nerv ihrer Zielgruppe treffen: Marktveränderungen, technologische Entwicklungen, regulatorische Fragen oder operative Herausforderungen. Nicht das Unternehmen bestimmt, was wichtig ist, sondern die Hörer:innen.

 

  • Dem roten Faden folgen: Storytelling funktioniert auch in Podcasts, denn Geschichten lassen sich leichter konsumieren als abstrakte Informationen. Ein strukturiertes Narrativ hilft dabei, komplexe Themen emotional und logisch zu verankern. Ohne strukturelle Führung wirken selbst gute Inhalte chaotisch. Narrative Ordnung dagegen schafft Orientierung und steigert die Aufnahmebereitschaft.

 

  • Sympathie und Authentizität: Stimme transportiert Persönlichkeit. Pausen, Lachen, Nachdenken, Unsicherheiten, Begeisterung – all das wirkt menschlich und schafft Sympathie. Wenn Hosts und Gäste authentisch auftreten, entsteht eine Bindung zu den Hörenden, die weit über das hinausgeht, was textbasierte Unternehmenskommunikation leisten kann.

Be our Guest: Warum sich Podcast-Auftritte für Unternehmen lohnen

Doch was macht solche (Gast-)Auftritte eigentlich so wirkungsvoll? Die Antwort liegt in zwei Mechanismen – vorausgesetzt, Unternehmen wählen den richtigen Branchenpodcast aus. Entscheidend ist dabei, dass das Format eine klar definierte Zielgruppe anspricht, inhaltlich zur eigenen Expertise passt und von einer moderierenden Person geführt wird, die in der Branche als glaubwürdig und relevant gilt. Erst wenn diese Faktoren gegeben sind, entfaltet sich der volle Effekt eines Podcast-Auftritts.

Durch die Einladung eines etablierten Hosts nutzen Unternehmen zum einen den Vertrauensvorschuss („Borrowed Trust“). Das Unternehmen wirkt hier nicht allein durch seine Marke, sondern profitiert von der Glaubwürdigkeit und Reputation des bekannten Branchenpodcasts. Es muss somit kein Vertrauen mühsam selbst aufbauen, sondern „leiht“ sich eine bestehende Vertrauensbasis und profitiert davon, dass die Zielgruppe dem Host bereits zuhört, vertraut und seine Gäste als legitimierte Stimmen wahrnimmt.

Der zweite entscheidende Wirkmechanismus von Podcast-Auftritten liegt in der Tiefe des Formats. Im Durchschnitt dauert eine Podcast-Episode 30 bis 40 Minuten. Damit bieten Podcasts deutlich mehr Raum als beispielsweise Social-Media-Beiträge, die oft nur wenige Sekunden Aufmerksamkeit erlangen. Die längere Verweildauer ermöglicht es Hörer:innen, sich wirklich auf ein Thema einzulassen, statt es nur flüchtig zu konsumieren. Gleichzeitig schafft die Gesprächsdauer die Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge in einem angemessenen zeitlichen Rahmen mit Kontext, Beispielen und Einordnung zu erklären. In kürzeren Formaten ist dafür kaum Platz.

Aus der Praxis: PSI im Podcast Max und die Supply Chain Helden

Wie genau ein B2B-Unternehmen die Ohren der Zuhörer:innen als Bühne für sich nutzen kann, zeigt der Auftritt des Softwareentwicklers PSI bei dem Unternehmerpodcast „Max und die Supply Chain Helden“. In dieser Episode fokussiert sich der Host Max Meister auf das Thema „KI in der Logistik“. Zu Gast: Andreas Schellmann, Director Product Management bei PSI.

Schellmann erfüllt in diesem Gespräch die Kriterien, die einen gelungenen Unternehmensauftritt im Podcastformat ausmachen. Er bringt klar erkennbares Expertenwissen ein, erklärt technologische Hintergründe verständlich und ordnet ein, wie KI aktuell in der Intralogistik eingesetzt wird, ohne in Produktdetails abzurutschen. Damit zeigt er genau jene fachliche Tiefe, die Entscheider:innen in B2B‑Podcasts suchen.

Gleichzeitig setzt er auf Relevanz statt Selbstbezug: Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen der Branche wie Skepsis gegenüber KI, notwendige Transparenz oder Anforderungen an Entscheidungsprozesse und nicht das Portfolio seines Unternehmens. Durch diese problemorientierte Perspektive adressiert er zentrale Pain Points der Zielgruppe.

Hinzu kommt eine klare, narrative Struktur. Das Gespräch folgt einem nachvollziehbaren roten Faden: aktueller Status quo, Gründe für Zurückhaltung, konkrete Anwendungsbeispiele und Perspektiven für die Zukunft. Das macht den Inhalt auch für komplexe Themenbereiche gut konsumierbar.

Nicht zuletzt wirkt Schellmann im Gespräch authentisch und nahbar. Er vermeidet Marketing-Sprech, formuliert transparent, wo KI noch Unsicherheiten birgt, und erläutert, warum PSI bewusst auf Decision Support statt vollautomatisierte Black‑Box‑Lösungen setzt. Gerade diese Offenheit zeigt Thought Leadership.

Fazit: Geht ins Ohr, bleibt im Kopf

Am Ende zeigt sich: Podcasts funktionieren im B2B vor allem deshalb so gut, weil sie etwas schaffen, das in der täglichen Informationsflut selten geworden ist – echte Aufmerksamkeit. Wenn Menschen einer Stimme zuhören, entsteht Nähe, Vertrauen und das Gefühl, Teil eines guten Gesprächs zu sein. Und genau das macht Podcast‑Auftritte für Unternehmen so stark: Es geht nicht um Hochglanzbotschaften, sondern darum, Wissen zu teilen und Haltung zu zeigen. Wer bereit ist, offen über Herausforderungen, Erfahrungen und Perspektiven zu sprechen, wird nicht nur gehört, sondern ernst genommen. Und manchmal reicht dafür schon ein Mikrofon – und der richtige Podcast.

GEO B2B: Wie B2B-Marken im KI-Zeitalter relevant bleiben

Grafik SEO wird zu GEO: eine Google-KI-Übersicht beantwortet die Frage nach den Kosten eines Transportroboters und nennt dabei ihre Quellen.

Das Wichtigste in Kürze

– 85 % der KI-Antworten stammen aus Drittquellen – Fachmedien, Branchenportale und Vergleichsplattformen. Nur 13 % kommen von Unternehmenswebsites.

– KI-Systeme beantworten nicht eine Frage, sondern viele – durch Query Fan-Out wird jede Anfrage in 10-15 Unterfragen zerlegt.

– Identität schlägt Keywords – Named Entity Recognition (NER) verknüpft B2B-Marken mit Themen. Konsistenz über alle Kanäle ist entscheidend.

– RAG bestimmt die Quellenauswahl – Retrieval Augmented Generation priorisiert Dokumente nach Relevanz und Autorität.

– PR wird zum Trainingsdaten-Lieferanten – Wer in Fachmedien und Branchenpublikationen stattfindet, wird von KI erkannt und zitiert.

Von der Website zur Wissensquelle: Warum SEO allein für B2B-Unternehmen nicht mehr reicht

Die Spielregeln für digitale Sichtbarkeit im B2B haben sich fundamental verändert. ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews entscheiden heute, welche Anbieter in Antworten erscheinen, und welche nicht. Klassisches SEO mit Keyword-Optimierung und Backlink-Aufbau reicht dafür nicht mehr aus.

Für B2B-Marketingverantwortliche bedeutet das: Wer nur die eigene Website optimiert, verschenkt 85 % seines Sichtbarkeitspotenzials. Dieser Guide erklärt, wie KI-Systeme Quellen finden, bewerten und zitieren und was du konkret tun kannst, um als B2B-Marke in der KI-Suche sichtbar zu werden.

Die 85%-Erkenntnis: Warum deine Website nur noch ein Datenpunkt ist

Deine Unternehmenswebsite macht nur noch 13-15 % deiner KI-Sichtbarkeit aus. Die restlichen 85 % der Quellen, die KI-Systeme für ihre Antworten heranziehen, stammen von Drittwebsites. Das zeigt eine Analyse von AirOps Research zur Quellenverteilung in KI-Antworten.

Die wichtigsten Quellenkategorien für KI-Systeme im B2B

  • Fachmedien und Branchenpublikationen (z.B. Produktion, MM Logistik, IT-Business)
  • Branchenspezifische Vergleichsportale (z.B. even, DirectIndustry)
  • Bewertungsplattformen für B2B (z.B. G2, Capterra, OMR Reviews)
  • Wikipedia und etablierte Nachschlagewerke
  • Verbands- und Messewebsites (z.B. VDMA, LogiMAT, Hannover Messe)

 

Was das für B2B-Marketing bedeutet

Früher galt im B2B: Wer bei Google auf Platz 1 rankt, bekommt die Anfragen. Heute gilt: Wer im gesamten semantischen Raum präsent ist, wird von KI zitiert. Die eigene Website ist nur noch einer von vielen Datenpunkten, die KI-Systeme auswerten.

Konkret: Wenn ein Einkäufer ChatGPT fragt „Welche Anbieter für Warehouse Management Systeme gibt es?“, zieht das System Informationen aus Fachartikeln, Vergleichsportalen, Anwenderberichten und Herstellerwebsites zusammen. Wer nur auf der eigenen Website existiert, fehlt in dieser Antwort.

Die drei Typen von KI-Systemen und ihre Quellenlogik

Nicht alle KI-Systeme funktionieren gleich. Je nach Systemtyp unterscheiden sich die Quellen, aus denen Antworten generiert werden. Für B2B-Marketingverantwortliche ist es wichtig, alle drei Typen zu verstehen.

 

Typ 1: Large Language Models (LLMs)

Beispiele: ChatGPT (ohne Websuche), Claude, Gemini

Diese Modelle generieren Antworten primär aus ihren Trainingsdaten. Die Trainingsdaten werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Bei großen Modellen alle 3-6 Monate. Wer in den Trainingsdaten mit einer klaren Markenidentität vertreten ist, wird in Antworten genannt.

B2B-Relevanz: Fachartikel in etablierten Branchenmedien haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, in Trainingsdaten aufgenommen zu werden. Pressemitteilungen auf der eigenen Website weniger.

 

Typ 2: KI-Agenten mit Browsing-Funktion

Beispiele: ChatGPT mit Websuche, Perplexity

Diese Systeme ergänzen ihre Trainingsdaten durch Live-Websuchen. Wenn das Modell keine ausreichende Antwort aus den Trainingsdaten generieren kann, wird eine Websuche ausgelöst. Perplexity funktioniert primär als Suchmaschine, die Ergebnisse per LLM zusammenfasst.

B2B-Relevanz: Hier greifen SEO-Grundlagen weiterhin. Gut strukturierte Produktseiten, Fachartikel und Landingpages können in Echtzeit gefunden und zitiert werden.

 

Typ 3: Hybrid-Modelle mit Index-Zugriff

Beispiele: Google AI Overviews, Google KI-Modus

Diese Systeme kombinieren den klassischen Google-Index mit einem Sprachmodell. Die Antworten basieren auf indexierten Webseiten, die vom LLM zusammengefasst werden.

B2B-Relevanz: Für B2B-Unternehmen mit guter SEO-Basis sind Google AI Overviews oft der einfachste Einstieg in die KI-Sichtbarkeit. Die bestehende Indexierung wird genutzt, aber die Textstruktur muss für Extraktion optimiert werden.

Für alle drei Systemtypen gilt: Das Sprachmodell erzeugt die finale Antwort. Die Quellen variieren, aber die Kriterien für Zitierfähigkeit bleiben ähnlich: Autorität, Relevanz und klare Struktur.

Wie KI-Systeme Quellen finden: Retrieval Augmented Generation (RAG)

KI-Systeme generieren Antworten nicht aus dem Nichts. Sie nutzen einen Prozess namens Retrieval Augmented Generation (RAG), um relevante Dokumente in ihren Trainingsdaten zu finden, zu bewerten und daraus Antworten zu erstellen.

So funktioniert RAG in vier Schritten

  1. Anfrage analysieren: Das System interpretiert die Nutzeranfrage und identifiziert die relevanten Themenfelder.
  2. Dokumente abrufen: Aus Trainingsdaten oder per Websuche werden passende Dokumente identifiziert.
  3. Relevanz bewerten: Jedes Dokument wird auf inhaltliche Passung und Quellenautorität geprüft.
  4. Antwort generieren: Die relevantesten Segmente werden extrahiert und zur finalen Antwort zusammengefasst.

Was RAG für B2B-Content bedeutet

Eine KI-Antwort besteht fast nie aus einer einzigen Quelle. Das System kombiniert Informationen aus mehreren Dokumenten. Dabei wird häufig nur ein einzelner Absatz aus deinem Fachartikel verwendet. Zusammen mit Absätzen aus zehn anderen Quellen.

B2B-Beispiel: Bei der Frage „Was kostet ein Transportroboter?“ kombiniert die KI möglicherweise: Preisangaben aus einem Fachmedien-Artikel, technische Spezifikationen von einer Herstellerseite, Erfahrungswerte aus einem Anwenderbericht und Vergleichsdaten von einem Branchenportal.

Für dein B2B-Unternehmen, ist es also entscheidend in den Trainingsdaten mit den eigenen Inhalten präsent zu sein.

Query Fan-Out: Warum KI nicht nur eine Frage beantwortet

KI-Systeme zerlegen jede Nutzeranfrage in mehrere Unterfragen. Dieser Prozess heißt Query Fan-Out. Das System versucht, alle relevanten Aspekte einer Frage abzudecken und sucht für jede Unterfrage nach passenden Quellen.

B2B-Beispiel: „Guter Anbieter für Warehouse Management Systeme“

Aus dieser Anfrage generiert ein KI-System folgende Unterfragen:

  • Welche WMS-Anbieter gibt es auf dem deutschen Markt?
  • Welche Branchenspezialisierungen haben die Anbieter?
  • Gibt es Referenzen und Case Studies aus meiner Branche?
  • Wie sieht es mit Implementierungserfahrung aus?
  • Welche Schnittstellen zu ERP-Systemen werden unterstützt?
  • Was sind typische Projektlaufzeiten und Kosten?
  • Gibt es unabhängige Bewertungen oder Auszeichnungen?
  • Wie sieht der Support und die Wartung aus?

Die Konsequenz für B2B-Content-Strategie

Du optimierst nicht mehr auf ein einzelnes Keyword wie „WMS-Software“. Du besetzt einen thematischen Raum mit allen relevanten Facetten. Jede Unterfrage ist ein potenzieller Einstiegspunkt für deine Inhalte.

Konkret bedeutet das: Du brauchst Content zu Branchenspezialisierung, Referenzen, Implementierung, Schnittstellen, Kosten und Support, verteilt über deine Website, Fachmedien-Artikel, Case Studies und Plattform-Profile.

Tipp: Du kannst Query Fan-Out selbst testen. Frage Gemini: „Zeig mir den Query Fan-Out für [dein Thema].“ Das System zeigt dir, welche Unterfragen es zu deinem Thema generiert. Eine wertvolle Grundlage für die Content-Planung.

Was KI-Systeme über deine B2B-Marken lernen

KI-Systeme scannen das Web nach Mustern und stellen folgende Fragen:

  • Wird der Unternehmensname konsistent genannt?
  • Wird die Marke mit bestimmten Branchen und Anwendungen verknüpft?
  • Tauchen Produkte in relevanten Fachkontexten auf?
  • Werden Personen aus dem Unternehmen als Branchenexperten erkannt?
  • Gibt es Verknüpfungen zu Kunden, Projekten oder Technologien?

Die Systeme tun dies, um die Identität deines Unternehmens zu identifizieren und zu verifizieren. Dieser Prozess nennt sich Named Entity Recognition (NER).

Der prinzipielle NER-Ablauf lässt sich in diese zwei Arbeitsschritte unterteilen:

  • Identifikation der Eigennamen (benannten Entitäten)
  • Einordnung der Eigennamen in vordefinierte Kategorien

Die neue Kerndisziplin ist also zukünftig ein konsistentens Markenbild über alle Kanäle hinweg zu kreieren, damit KI-Systeme eine möglichst eindeutige Klassifizierung deines Unternehmens vornehmen können.

B2B-Beispiel: Wie NER funktioniert

Beispiel Intralogistik: Wenn „Safelog“ konsistent im Kontext von „autonome Transportroboter“, „Intralogistik“ und „Automobilindustrie“ auftaucht, lernt die KI: Safelog = Transportroboter-Anbieter für Automotive.

Das Problem: Wenn diese Verknüpfung nur auf der eigenen Website existiert, fehlen der KI Datenpunkte für eine sichere Zuordnung. Die Marke bleibt „Rauschen“. Sie wird nicht als relevante Entität erkannt.

Konsistenz über alle B2B-Kanäle

Die Markenidentität muss überall gleich kommuniziert werden:

  • Unternehmenswebsite und Produktseiten
  • Fachartikel in Branchenmedien
  • LinkedIn-Unternehmensseite und Mitarbeiterprofile
  • Pressemitteilungen und Fachbeiträge
  • Messeauftritte und Vorträge
  • Branchenverzeichnisse und Vergleichsportale
  • Case Studies und Referenzberichte

Immer dieselben Begriffe. Immer dieselbe Zuordnung. Immer wiedererkennbar. Maschinenlesbare Markenführung ist die neue Disziplin im B2B-Marketing.

Was bedeutet das für deine B2B-Content-Strategie?

Die Verschiebung von SEO zu GEO erfordert ein Umdenken in der Content-Erstellung. Hier sind die fünf wichtigsten strategischen Ableitungen für B2B-Unternehmen:

1. Fachpresse-Arbeit wird zum Trainingsdaten-Lieferanten

Präsenz in Fachmedien ist kein Nice-to-have mehr. Wer in Branchenpublikationen stattfindet, liefert Trainingsdaten für KI-Systeme. Google empfiehlt offiziell: Unternehmen sollen für KI-Sichtbarkeit in PR investieren.

Für B2B konkret: Fachartikel in Branchenmedien, Anwenderberichte, Experteninterviews und Gastbeiträge sind wertvoller als je zuvor.

 

2. Themenräume statt Keywords besetzen

Definiere die semantischen Räume, in denen du gefunden werden willst. Erstelle Inhalte für alle Facetten eines Themas, orientiert an den Fragen, die deine B2B-Zielgruppe stellt.

Für B2B konkret: Nutze Query Fan-Out, um alle relevanten Unterfragen zu identifizieren. Erstelle Content entlang der gesamten Customer Journey – von der Erstrecherche bis zur Anbieterauswahl.

 

3. Präsenz auf B2B-Plattformen aufbauen

Branchenspezifische Vergleichsportale, Bewertungsplattformen und Verzeichnisse werden wichtiger.

Für B2B konkret: Pflege Profile auf Plattformen wie DirectIndustry oder anderen branchenspezifischen Portalen sowie Verbänden. Diese Quellen werden von KI-Systemen als vertrauenswürdig eingestuft.

 

4. Inhalte für Extraktion optimieren

KI-Systeme extrahieren einzelne Absätze. Jeder Absatz muss eigenständig verständlich und zitierfähig sein.

Für B2B konkret: Kurze Sätze, klare Struktur, konkrete Aussagen. Technische Spezifikationen, Preisrahmen und Anwendungsbeispiele gehören in separate, extrahierbare Absätze.

 

5. Autorität durch Signale aufbauen

Awards, Zertifizierungen, Expertenbeiträge und Quellenangaben stärken die wahrgenommene Autorität. KI-Systeme bewerten Quellen ähnlich wie Menschen. Die Reputation zählt.

Für B2B konkret: Branchenauszeichnungen, ISO-Zertifizierungen, Mitgliedschaften in Fachverbänden und Referenzkunden sollten konsistent kommuniziert werden.

Checkliste: 5 Schritte zur KI-Sichtbarkeit für B2B-Unternehmen

☐ Themenfelder definieren:
In welchen semantischen Räumen willst du als B2B-Anbieter gefunden werden?

☐ Inhalte strukturieren:
Texte so aufbauen, dass einzelne Absätze extrahierbar und eigenständig verständlich sind.

☐ Zitierfähige Aussagen erstellen:
Eigene Daten, konkrete Zahlen, technische Spezifikationen und belegbare Fakten einbauen.

☐ Autorität aufbauen:
Präsenz in Fachmedien, auf B2B-Plattformen und durch gezielte PR-Arbeit.

☐ Monitoring einführen:
Sichtbarkeit in KI-Systemen regelmäßig tracken und mit Wettbewerbern vergleichen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?

SEO optimiert Inhalte für Suchmaschinen-Rankings auf Basis von Keywords und Backlinks. GEO (Generative Engine Optimization) optimiert Inhalte für die Zitierung durch KI-Systeme. Der Fokus verschiebt sich von einzelnen Keywords zu thematischen Räumen und von Rankings zu Markenidentität. Für B2B-Unternehmen bedeutet das: Beide Disziplinen sind relevant, aber GEO gewinnt an Bedeutung.

Wie finde ich heraus, ob meine B2B-Marke von KI-Systemen erkannt wird?

Stelle ChatGPT, Perplexity und Google AI direkte Fragen zu deinem Unternehmen, deinen Produkten oder deiner Branche. Prüfe, ob und wie du genannt wirst. Spezialisierte Tools wie RankScale ermöglichen ein systematisches Monitoring der KI-Sichtbarkeit über mehrere Systeme hinweg – inklusive Wettbewerbsvergleich.

Welche KI-Systeme sind für B2B-Unternehmen am relevantesten?

Die vier wichtigsten Systeme für B2B sind ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews und der Google KI-Modus. Perplexity und Google greifen stark auf den Web-Index zu und sind daher für Unternehmen mit guter SEO-Basis besonders relevant. ChatGPT nutzt primär Trainingsdaten. Hier zählt die Präsenz in Fachmedien.

Macht klassisches SEO noch Sinn?

Ja, SEO bleibt die technische Grundlage. Saubere Seitenstruktur, H-Überschriften und Crawlbarkeit sind weiterhin wichtig. Besonders für Google AI Overviews und Perplexity. Die Veränderung betrifft primär die Content-Strategie: Weg von reiner Keyword-Optimierung, hin zu thematischer Abdeckung und zitierfähigen Inhalten.

Wie lange dauert es, bis GEO-Maßnahmen im B2B wirken?

Die Wirkung hängt vom Systemtyp ab. Bei Systemen mit Websuche (Perplexity, Google) können Änderungen innerhalb von Wochen sichtbar werden. Bei LLMs wie ChatGPT dauert es bis zum nächsten Trainingsdaten-Update. Das kann 3-6 Monate betragen. Kontinuierliche Fachpresse-Arbeit zahlt langfristig auf beide Systemtypen ein.

Was kostet GEO im Vergleich zu SEO für B2B-Unternehmen?

GEO erfordert eine breitere Präsenz über mehr Kanäle. Die Investition verschiebt sich von technischer Optimierung zu Content-Erstellung und PR. Fachmedien-Arbeit, Präsenz auf B2B-Plattformen und konsistente Markenkommunikation erfordern kontinuierlichen Aufwand. Für B2B-Unternehmen mit bestehender PR-Strategie ist der Zusatzaufwand überschaubar.

Sollten B2B-Unternehmen einen KI-Unternehmenssteckbrief erstellen?

Ja, ein strukturierter Unternehmenssteckbrief kann KI-Systemen helfen, die Markenidentität zu erfassen. Dieser enthält: Unternehmensname, Branchenfokus, Kernleistungen, USPs, Referenzkunden, Zertifizierungen und Ansprechpartner. Der Steckbrief sollte auf der Website veröffentlicht werden. Optimiert für maschinelle Extraktion, nicht für menschliche Leser.

Fazit: Die neue Formel für B2B-Sichtbarkeit

KI-Systeme verändern die Spielregeln für digitale Sichtbarkeit im B2B grundlegend. Die eigene Website ist nur noch ein Datenpunkt von vielen. Wer in KI-Antworten erscheinen will, muss im gesamten semantischen Raum präsent sein – in Fachmedien, auf B2B-Plattformen und mit konsistenter Markenidentität.

Die Frage ist nicht mehr: „Rankt meine Website?“ Sondern: „Bin ich im semantischen Raum präsent, den KI durchsucht?“

Sales Enabling Content: Wie du in drei Schritten zum Verkaufsprofi wirst

Deine potenziellen Kund:innen durchlaufen bis zu 70Prozent des Kaufprozesses eigenständig, bevor sie den Vertrieb kontaktieren – und treffen dort auch schon die ersten Entscheidungen. Deshalb solltest du sie frühzeitig mit zielgerichteten und relevanten Informationen versorgen. Hier erfährst du, wie du deine Vertriebsprozesse in drei Schritten auf das nächste Level hebst und welche Best Practices sich besonders bewährt haben.

Content für Sales Enablement

Im B2B-Vertrieb entscheiden die Antworten auf diese Fragen über den Verkaufserfolg:

  • Wie gut verstehst du die Bedürfnisse deiner Zielgruppe?
  • Wie präzise und relevant sind die Informationen, die dein Vertriebsteam teilt?
  • Wie schnell kannst du auf neue Anforderungen in deiner Branche reagieren?

Sales Enablement setzt genau hier an: Es sorgt dafür, dass dein Vertriebsteam mit den richtigen Materialien, Tools und Informationen ausgestattet ist. So kannst du echte Interessent:innen zum richtigen Zeitpunkt ansprechen und gezielt auf ihre Bedürfnisse eingehen. Im Unterschied zur klassischen Vertriebsunterstützung bringt Sales Enablement das Marketing und den Vertrieb enger zusammen. Der Verkaufsprozess wird deutlich verbessert und die Ergebnisse sind messbar effizienter.

Sales Enablement: Content, Materialien und Tools für dein Salesteam

Sales Enabling Content erreicht deine potenziellen Leads genau dann mit relevanten Informationen, wenn sie sie brauchen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allgemeine Werbebotschaften oder leere Versprechen, sondern technisch fundierte Daten, die auf den jeweiligen Entscheidungsprozess abgestimmt sind. Hierbei können viele verschiedene Arten und Formate von Content eingesetzt werden. Die wohl beliebteste Form des Sales Enabling Content ist das FAQ.

Step by Step zu Sales Enablement

Bevor Sales Enablement wirklich Wirkung zeigen kann, braucht es vor allem eins: ein gemeinsames Verständnis und echtes Teamwork zwischen Marketing und Vertrieb. Wenn beide Bereiche bereit sind, ihre Perspektiven zu bündeln, ist der Grundstein gelegt. Ab dann lässt sich das Konzept strukturiert angehen – in drei pragmatischen Schritten.

Schritt 1: Kundenfragen sammeln

Am Anfang steht ein gemeinsamer Strategie-Workshop. Marketing und Vertrieb sammeln alle Fragen, die im Verkaufsprozess immer wieder auftauchen – vor allem die aus der Bottom-of-the-Funnel-Phase: Was wollen potenzielle Kund:innen kurz vor der Entscheidung wirklich wissen? Keine Hochglanzfloskeln, keine Werbung, sondern echte, praktische Fragen, die im Vertriebsgespräch häufig gestellt werden. Rund 80 Prozent davon eignen sich ideal, um daraus gezielten Sales Enabling Content zu machen.

Schritt 2: Antworten geben

Wenn du Antworten lieferst, bevor gefragt wird, machst du Sales Enablement richtig. Gemeinsam entwickeln Marketing und Vertrieb Content Pieces, die die Fragen der qualifizierten Leads aufgreifen – hilfreich auf den Punkt und vor allem, ohne nachfragen zu müssen. Der Clou: Der Content wird in verschiedenen Formaten und auf verschiedenen Plattformen aufbereitet, um möglichst viele Touchpoints abzudecken. Das kann auf der Website sein oder in einem eigenen Learning Center.

Das Learning Center ist eine Art digitaler Wissenshub, in dem Interessierte nach Themen kategorisieren und genau das finden, was sie wirklich weiterbringt:

  • Schriftlich: Blogartikel, E-Books, Case Studies, Whitepaper
  • Visuell: Infografiken, Videos, Social-Media-Grafiken
  • Interaktiv: Quiz, Umfragen, Chatbots oder Demos
  • Auditiv: Podcasts, Webinare oder Kundeninterviews

Die Inhalte begleiten Interessierte durch den gesamten Entscheidungsprozess und helfen ihnen dabei, sich bis kurz vor der finalen Kaufentscheidung zum Lead zu qualifizieren.

Schritt 3: Assignment Selling – das Feintuning im Sales-Gespräch

Jetzt wird’s persönlich: Der Lead ist gut informiert und meldet sich beim Vertrieb. An dieser Stelle greift Assignment Selling – ein smarter Ansatz, bei dem der Vertrieb den Content gezielt ins Gespräch einbindet. Die Inhalte helfen dabei, konkrete Fragen zu beantworten und die Entscheidung zu erleichtern.

Wichtig dabei ist, dass es im Gespräch nicht um das Verkaufen geht, sondern um das Verstehen. Das Vertriebsteam zeigt, dass es die Herausforderungen und Perspektiven des Gegenübers kennt und liefert genau die Infos, die gerade gebraucht werden. So wird aus einem guten Gespräch ein echter Mehrwert-Moment für beide Seiten.

So wird’s gemacht: Unsere Best Practices in Sachen Sales Enabling Content

Wie kann Sales Enablement in der Praxis aussehen? Wir zeigen am Beispiel drei unserer Kunden, wie Unternehmen mit strukturiertem Content und einer gezielten Verzahnung von Marketing und Vertrieb konkrete Mehrwerte schaffen.

Peakboard setzt auf einen zentralen FAQ-Bereich, der typische Kundenfragen übersichtlich beantwortet. Die Inhalte orientieren sich stark an wiederkehrenden Use Cases und konkreten Anwendungsbeispielen. Daraus ergibt sich ein klarer Vorteil für potenzielle Kund:innen, die sich vor dem Erstkontakt umfassend informieren möchten. So wird der erste Kontakt effizienter, weil viele Grundlagen bereits eigenständig geklärt werden konnten.

myleo / dsc zeigt kompakt „Alles, was du zur myleo / dsc wissen musst.“ Auf einer eigens eingerichteten Seite erhalten Interessierte alle Informationen, die sie für den Start benötigen – von den grundsätzlichen Leistungen bis hin zu technischen Voraussetzungen und Ansprechpartner:innen. Der strukturierte Aufbau spart Rückfragen und sorgt für Transparenz entlang der gesamten Customer Journey. Gleichzeitig dient die Seite als wiederverwendbare Ressource für Vertriebsteams, die häufige Fragen nicht immer wieder neu beantworten müssen.

Das Robotikunternehmen Safelog geht einen kontextbezogenen Weg und bindet FAQs direkt in den Blogbereich ein. Genau dort, wo sich Leser:innen ohnehin schon mit spezifischen Themen auseinandersetzen. Die Integration schafft einen nahtlosen Übergang vom Informationsinteresse zur konkreten Beantwortung von aufkommenden Fragen. So wird nicht nur die Verweildauer erhöht, sondern auch das Verständnis für Produkt und Angebot vertieft. Für den extra Deep-Dive in die Welt der Robotik können Interessierte unter den häufig gestellten Fragen ein zusätzliches Whitepaper herunterladen.

Auch bei additiv kommt strukturiertes Sales Enablement nicht zu kurz. Unsere Übersichtsseite „So startest du mit additiv“ gibt Interessierten einen Fahrplan an die Hand, der transparent erklärt, was in den ersten 100 Tagen unserer Zusammenarbeit passiert. Diese Form der proaktiven Kommunikation senkt die Einstiegshürden, stärkt das Vertrauen und entlastet gleichzeitig den Vertrieb. Mit einer Checkliste können potenzielle Kund:innen sogar eigenständig überprüfen, ob sie zu uns passen und ob wir gemeinsam ihre Kommunikationsziele erreichen können.

Der nächste Schritt? Der Abgleich mit dem Vertriebsteam. Oft lohnt sich ein kurzes Feedback aus der Praxis: Welche Inhalte werden tatsächlich im Gespräch genutzt? Wo entstehen noch ungeklärte Rückfragen? Und gibt es vielleicht sogar erste messbare Erfolge durch den Einsatz von Sales Enabling Content? Die Evaluation ist wichtig, um Sales Enablement nicht nur als Content-Projekt, sondern als strategisches Werkzeug weiterzuentwickeln.

B2B Content: So schreibst du Inhalte mit Erfolgsfaktor

B2B-Unternehmen müssen sich in einem zunehmend digitalen und globalisierten Umfeld behaupten. Kaufentscheidungen im B2B-Bereich sind häufig komplex und langwierig. Deshalb ist es entscheidend, die Zielgruppe mit hochwertigem und zielgerichtetem B2B-Content zu erreichen. Doch wie gelingt es, relevante Inhalte zu erstellen, die nicht nur informieren, sondern auch überzeugen und langfristige Beziehungen aufbauen? Genau das erfährst du hier.

Heute ist B2B-Content Marketing viel mehr als nur Blogartikel oder Whitepaper. Man muss dabei strategisch vorgehen, um Vertrauen aufzubauen, sein Fachwissen zu zeigen und die Kunden an das Unternehmen zu binden.

B2B-Content ist dabei ganz anders als B2C-Inhalte: Im Endverbrauchermarkt geht es oft um Emotionen. Im B2B treffen meist mehrere Stakeholder Entscheidungen, die oft länger dauern und auf Daten basieren. Content muss daher sachlich, faktenbasiert und detailliert sein, um Vertrauen bei aufzubauen und die Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Der Fokus von B2B-Content liegt darauf, spezifische Herausforderungen zu adressieren und langfristige Beziehungen aufzubauen. Wenn du die komplexen Anforderungen deiner Zielgruppe verstehst, kannst du Inhalte schaffen, die nicht nur informieren, sondern auch überzeugen.

Inhaltsverzeichnis

Dank Zielgruppenanalyse B2B-Content maßschneidern

Damit du im Content Marketing relevante und überzeugende Inhalte erstellen kannst, brauchst du vor allem eins: eine genaue Zielgruppenanalyse. Dafür musst du dich im besten Fall detailliert mit der Branche, den Entscheidungsprozessen und spezifischen Herausforderungen auskennen.

Als Erstes musst du also deine Zielgruppe definieren: Welche Branchen willst du ansprechen? Und welche Positionen – wie Geschäftsführer, Einkäufer oder Techniker – sind relevant? Buyer Personas sind dabei ein gutes Mittel, um herauszufinden, was die Zielgruppe beruflich macht, welche Herausforderungen sie hat und was sie braucht.

Typische Herausforderungen im B2B-Bereich umfassen Themen wie Effizienzsteigerung, Kostenreduktion und Prozessoptimierung. Diese lassen sich durch Datenanalysen, Kundenfeedback und Branchenrecherchen identifizieren. Tools wie Google Analytics oder LinkedIn Insights helfen dabei, das Verhalten potenzieller Kunden besser zu verstehen und zielgerichtete Inhalte zu entwickeln. Ein Beispiel: Entscheidungsträger profitieren von Case Studies, die konkrete Lösungen aufzeigen, während Fachkräfte detaillierte Whitepaper bevorzugen.

Buyer Personas im B2B

So punktest du bei deinen Kunden!

Der Schlüssel liegt darin, Inhalte anzubieten, die den individuellen Herausforderungen der Zielgruppe gerecht werden und potenziellen Leads langfristigen Mehrwert bieten.

 

Entwicklung einer B2B-Content-Strategie

Eine durchdachte Content-Strategie ist der Schlüssel, um im B2B-Marketing gezielt und effizient zu kommunizieren. Sie beginnt mit der Definition klarer Ziele: Willst du die Marke stärken, Leads generieren oder bestehende Kunden binden?

Welche Kanäle und Formate du dafür einsetzt, ist ebenfalls wichtig. LinkedIn und Fachportale sind ideal für Whitepaper, Case Studies oder Webinare. Für die Kundenansprache sind Blogs und E-Mail-Marketing besser geeignet. Die Inhalte müssen auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten sein und ihre Herausforderungen adressieren.

Die Planung erfolgt meist in Form eines Redaktionsplans, der Themen, Veröffentlichungszeitpunkte und Verantwortlichkeiten klar definiert. Tools wie Trello oder HubSpot können helfen, den Überblick zu behalten und die Umsetzung zu strukturieren.

Wichtige Formate im B2B-Content-Marketing

Im Content Marketing ist das richtige Content-Format entscheidend, um die Zielgruppe zu erreichen. Unterschiedliche Formate haben unterschiedliche Zwecke und sprechen mit zugeschnittenen Inhalten verschiedene Zielgruppen im Unternehmen entlang der Customer Journey an.

  • Whitepaper und E-Books sind ideal, um komplexe Themen verständlich zu erklären und Entscheidungsträger mit fundierten Informationen zu überzeugen. Sie eignen sich besonders für die Lead-Generierung, da sie oft gegen Kontaktinformationen angeboten werden.
  • Case Studies zeigen praxisnah, wie Produkte oder Dienstleistungen spezifische Herausforderungen lösen können, und sind ein starkes Werkzeug, um Vertrauen aufzubauen.
  • Webinare und Videos bieten interaktive und visuelle Möglichkeiten, Fachwissen zu vermitteln und gleichzeitig eine persönliche Verbindung zur Zielgruppe herzustellen.

Blogartikel sind vielseitig einsetzbar, von SEO-optimierten Beiträgen zur Traffic-Generierung bis hin zu Thought-Leadership-Inhalten, die Expertise unterstreichen.

Weg mit generischen B2B-Inhalten

Wirkungsvoller B2B-Content muss relevant, qualitativ gut und informativ sein. Die Inhalte sollten die spezifischen Herausforderungen der Zielgruppe adressieren und Lösungen anbieten. Dabei ist es wichtig, dass die Inhalte fundiert recherchiert sind, fachlich kompetent und klar strukturiert sind.

Ein zentraler Aspekt ist die Verbindung von Fachwissen mit ansprechendem Storytelling. Case Studies aus der Praxis machen selbst komplexe Themen greifbar und erhöhen die Relevanz für die Zielgruppe. Gleichzeitig ist die Einbindung von Experten und Thought Leadership-Inhalten ein wirkungsvolles Mittel, um Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei potenziellen Leads aufzubauen.

SEO-Optimierung ist ein weiterer wichtiger Faktor, um sicherzustellen, dass der Content auch gefunden wird. Dies umfasst die Auswahl relevanter Keywords, die Erstellung einer klaren Struktur und interne wie externe Verlinkungen. Dabei sollte die Suchmaschinenoptimierung immer im Einklang mit der inhaltlichen Qualität stehen.

So vermarktest du deinen B2B-Content richtig

Die beste Content-Strategie nützt wenig, wenn die Inhalte nicht die richtige Zielgruppe erreichen. Deshalb ist es wichtig, dass du deinen B2B-Content richtig distribuierst, um den gewünschten Impact zu erzielen. Wähle die Kanäle gezielt aus und stimme sie auf die Präferenzen der Zielgruppe ab.

LinkedIn, Fachportale und E-Mail-Marketing gehören zu den effektivsten Kanälen im B2B-Marketing. LinkedIn ermöglicht die Ansprache von Entscheidungsträgern und Fachleuten in einem professionellen Umfeld, während Fachportale und Newsletter gezielt branchenspezifische Inhalte verbreiten können.

Ein weiterer wichtiger Ansatz ist Content-Recycling: Inhalte wie Whitepapers oder Blogartikel können in kürzere Social-Media-Posts, Infografiken oder Videos umgewandelt werden, um auf verschiedenen Kanälen wiederverwendet zu werden.

Zusätzlich ist Paid Advertising eine wertvolle Ergänzung, um die Reichweite zu erhöhen, insbesondere bei der Einführung neuer Inhalte. Retargeting-Kampagnen helfen dabei, potenzielle Kunden erneut anzusprechen und weiter durch den Entscheidungsprozess entlang der Customer Journey zu führen.

Ausblick: Zukunftsperspektive B2B-Content

Das Content Marketing entwickelt sich ständig weiter. Technologische Fortschritte, veränderte Kundenbedürfnisse und neue Plattformen werden die Zukunft dieses Bereichs prägen.

Ein wichtiger Trend ist der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). KI-Tools können in der B2B-Kommunikation als echte Strategiebooster in der Recherche und Konzeption von B2B Content eingesetzt werden, um bestmögliche Ergebnisse für die Kunden zu erstellen. Dabei gilt es festhalten, dass Kommunikator:innen die Deutungshoheit haben und als Filter für Informationen und Fakten fungieren.

Auch die Plattformen entwickeln sich weiter: LinkedIn ist nach wie vor wichtig im B2B, aber Podcasts und Video-Formate gewinnen an Bedeutung, um Fachwissen zu vermitteln und neue Zielgruppen zu erreichen. Die Zukunft des Content Marketings liegt für B2B-Unternehmen in der Kombination von Technologie, Kreativität und einer klaren Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse, um mit relevanten Inhalten zu überzeugen.

Die 7 Customer Journey Phasen

Hole deine Kund:innen an allen Touchpoints ab

Leadgenerierung im B2B: Warum klassische Methoden scheitern und was Du stattdessen tun solltest

Die traditionelle Leadgenerierung im B2B ist überholt – potenzielle Kund:innen informieren sich meist selbstständig, bevor sie den Kontakt zum Vertrieb suchen. Doch wie können Unternehmen diesen Wandel erfolgreich meistern? Hier zeigen wir dir, warum Leadgenerierung im B2B unbedingt neu gedacht werden muss und wie dir das mit Sales Enablement für dein Unternehmen gelingt!

Inhaltsverzeichnis

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Leadgenerierung im B2B – Status Quo

In der Welt des B2B-Marketings und -Vertriebs zählt eines ganz besonders: die Qualität der Leads. Allerdings stoßen klassische Ansätze zur Leadgenerierung zunehmend an ihre Grenzen – zu generisch, zu wenig auf den Kaufprozess abgestimmt.

Gleichzeitig verändert sich das Verhalten von B2B-Käufern radikal: Sie erwarten klare, präzise Informationen, die auf ihre spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen eingehen. Sie möchten Probleme verstehen, Lösungsansätze vergleichen und Entscheidungen treffen, die auf fundierten Erkenntnissen basieren – und das möglichst unabhängig.

Studien zeigen, dass bis zu 70 Prozent der Kaufentscheidungen im B2B getroffen werden, bevor ein direkter Kontakt mit dem Vertrieb erfolgt.

Unternehmen müssen sich also stärker auf die Qualität ihrer Inhalte und deren Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Zielgruppe konzentrieren. Nur so gelingt es, Aufmerksamkeit zu gewinnen und potenzielle Kunden von Anfang an gezielt durch den Kaufprozess zu begleiten.

Die zentrale Frage lautet also nicht mehr, wie viele Leads generiert werden, sondern wie viele davon tatsächlich echtes Potenzial für eine erfolgreiche Zusammenarbeit haben.

Wie du das Buying Center im B2B-Marketing effektiv ansprichst

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Warum ist Leadgenerierung im B2B so wichtig?

Leads sind das Lebenselixier eines erfolgreichen Vertriebsprozesses. Sie bilden die Grundlage, um potenzielle Kunden zu identifizieren, anzusprechen und schrittweise in zahlende Kunden zu verwandeln.

Doch nicht jeder Lead ist gleich: Während allgemeine Leads oft nur oberflächliches Interesse signalisieren, zeichnen sich qualifizierte Leads durch ein klares Kaufpotenzial aus. Sie haben sich bereits mit einer Lösung oder einem Produkt auseinandergesetzt und bringen ein deutlich höheres Interesse an einer konkreten Zusammenarbeit mit.

Dieser Unterschied ist entscheidend. Allgemeine Leads erfordern oft einen erheblichen Aufwand, um sie durch den Kaufprozess zu führen – häufig mit ungewissem Ausgang.

Qualifizierte Leads hingegen bieten von Anfang an eine deutlich höhere Erfolgschance. Sie befinden sich meist bereits weiter im Entscheidungsprozess, haben spezifische Fragen und suchen aktiv nach einer Lösung, die ihre Anforderungen erfüllt.

Hochwertige Leads wirken sich direkt auf die Conversion-Rate aus. Sie ermöglichen nicht nur effizientere Verkaufsprozesse, sondern erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit, dass aus einem Erstkontakt ein tatsächlicher Abschluss wird.

Indem der Fokus auf die Qualität der Leads gelegt wird, können Vertriebsteams ihre Ressourcen gezielter einsetzen, Verkaufszyklen verkürzen und die Abschlussquote steigern – ein entscheidender Faktor für nachhaltiges Wachstum und Erfolg im B2B-Bereich.

Sales Enabling Content: Der Schlüssel zu besseren Leads

Sales Enabling Content ist ein Konzept, das Unternehmen dabei unterstützt, hochwertige Leads zu generieren und Kaufentscheidungen effektiv zu fördern. Es konzentriert sich darauf, Interessenten nicht nur durch Marketingmaßnahmen zu erreichen, sondern sie mit gezielten, informativen Inhalten aktiv durch den Kaufprozess zu begleiten. Diese Inhalte sind darauf ausgelegt, Fragen zu beantworten, Herausforderungen aufzuzeigen und klare Lösungsansätze zu bieten.

Ziel von Sales Enabling Content ist es, einen potenziellen Lead mit den richtigen Informationen zur richtigen Zeit zu versorgen.Statt allgemeiner Werbebotschaften stehen hierbei präzise, auf den Entscheidungsprozess abgestimmte Inhalte im Fokus.

Diese Inhalte können in verschiedenen Formaten bereitgestellt werden – von Whitepaper und Fallstudien bis hin zu interaktiven Tools wie Produktkalkulatoren oder Entscheidungshilfen.

Ein entscheidender Vorteil dieses Ansatzes ist, dass sich potenzielle Käufer:innen während ihrer Recherchephase eigenständig qualifizieren können.

Indem sie sich mit den bereitgestellten Inhalten beschäftigen, vertiefen sie ihr Wissen über die angebotenen Lösungen und prüfen, ob diese zu ihren spezifischen Anforderungen passen. So wird die Qualität der Leads deutlich gesteigert, da die Interessenten, die in Kontakt treten, bereits ein fundiertes Interesse und klare Anforderungen haben.

Die Vorteile von Sales Enabling Content auf einen Blick:

1. Höhere Qualität der Leads: Inhalte, die gezielt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingehen, sprechen vor allem diejenigen an, die echtes Kaufinteresse haben.

2. Erleichterung von Kaufentscheidungen: Gut strukturierte und informative Inhalte helfen Interessenten, Unsicherheiten abzubauen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.

3. Kürzere Vertriebszyklen: Da viele grundlegende Fragen bereits durch die Inhalte geklärt werden, kann der Abschlussprozess beschleunigt werden.

4. Effizientere Nutzung von Ressourcen: Der Fokus auf qualifizierte Leads reduziert den Aufwand für die Bearbeitung unpassender Anfragen.

Mit Sales Enabling Content können Unternehmen nicht nur die Effizienz ihrer Leadgenerierung steigern, sondern auch langfristig Vertrauen bei ihren potenziellen Kunden aufbauen. Wer diesen Ansatz konsequent verfolgt, schafft bessere Voraussetzungen für den Vertrieb und sichert sich einen Wettbewerbsvorteil in einem zunehmend informationsgetriebenen Markt.

Die Big 5 – Fragen, die sich alle Käufer:innen stellen

Bevor potenzielle Käufer:innen im B2B eine Kaufentscheidung treffen, stehen sie oft vor grundlegenden Fragen, die über den Erfolg oder Misserfolg eines Geschäfts entscheiden. Diese Fragen beziehen sich nicht nur auf die Vorteile eines Produkts oder einer Lösung, sondern auch auf die Kosten, möglichen Nachteile oder den Vergleich mit Alternativen.

Genau hier liegt der Schlüssel: Unternehmen, die diese zentralen Themen proaktiv in ihren Sales Enabling Content aufnehmen, können den Entscheidungsprozess ihrer Leads erheblich beschleunigen und die Qualität der Anfragen steigern.

Die „Big Five“ helfen dabei, die Informationsbedürfnisse der Käufer:innen klar zu erkennen und gezielt anzusprechen. So bietet gut aufbereiteter Content klare Antworten und schafft Vertrauen. Das macht den Kaufprozess effizienter und erhöht die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abschlusses.

1. Preise und Kosten

Preise und Kosten sind oft die ersten Fragen, die Interessenten stellen. Gerade im B2B-Bereich, wo Preismodelle komplex sein können, ist Transparenz entscheidend.

Unternehmen müssen nicht zwingend konkrete Preise nennen, sondern können Faktoren erläutern, die die Kosten beeinflussen, wie Projektumfang, Individualisierungsgrad oder langfristige Betriebskosten. Diese Transparenz gibt Interessenten Orientierung und erleichtert die Budgetplanung.

2. Probleme und Nachteile

Kein Produkt ist perfekt – und das wissen auch die Käufer:innen. Sie möchten die potenziellen Herausforderungen oder Grenzen einer Lösung kennen, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Unternehmen, die ehrlich auf mögliche Schwächen eingehen und gleichzeitig Lösungen oder Workarounds anbieten, schaffen Vertrauen und positionieren sich als verlässliche Partner.

3. Vergleiche

Vor einer Entscheidung möchten Käufer:innen die verfügbaren Optionen vergleichen – sei es zwischen verschiedenen Anbietern, Technologien oder Produkten. Durch sachliche, klar strukturierte Vergleiche können Unternehmen ihre Alleinstellungsmerkmale hervorheben und gleichzeitig Orientierung bieten. Solche Inhalte sind besonders wertvoll, da sie die Expertise des Unternehmens unterstreichen.

4. Wettbewerb

Transparenz gegenüber dem Wettbewerb schafft Glaubwürdigkeit. Interessenten möchten wissen, wie sich ein Unternehmen oder ein Produkt von anderen abhebt. Daher ist eine offene Kommunikation zu Stärken und Schwächen im Vergleich zur Konkurrenz empfehlenswert.

5. FAQs

Häufig gestellte Fragen, wie sie typischerweise im ersten Gespräch mit dem Vertrieb auftreten, sollten in Sales Enabling Content frühzeitig adressiert werden. Dabei handelt es sich oft um spezifische Themen wie Einsatzmöglichkeiten, Integrationsanforderungen, Lieferzeiten oder Zusatzkosten.

Indem solche Fragen bereits vor dem direkten Kontakt beantwortet werden, fühlen sich Interessenten besser informiert und vorbereitet. Gleichzeitig entlastet dies den Vertrieb, da wiederkehrende Themen bereits frühzeitig geklärt sind.

Fazit

Erfolgreiche Leadgenerierung im B2B erfordert einen klaren Fokus auf Qualität statt Masse. Herkömmliche Methoden reichen längst nicht mehr aus, um die veränderten Bedürfnisse von Käufer:innen zu erfüllen.

Mit einem strategischen Ansatz wie Sales Enabling Content und der gezielten Ansprache zentraler Themen – den „Big Five“ – können Unternehmen nicht nur ihre Leads qualifizieren, sondern auch den Kaufprozess effizienter gestalten.

Wer auf informative und relevante Inhalte setzt, verkürzt Vertriebszyklen, stärkt das Vertrauen potenzieller Kunden und sichert sich langfristig einen Wettbewerbsvorteil.

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LinkedIn-Gruppen: So geht erfolgreiches Networking!

LinkedIn-Gruppen sind ein wertvolles Marketinginstrument: Mit ihnen baust du langfristige Beziehungen zu potenziellen Leads auf und stärkst aktiv deine Community. Wie genau du Gruppen für deine B2B-Zwecke nutzen kannst und welche Tipps du dabei beachten solltest, erfährst du hier.  

Inhaltsverzeichnis

Was sind LinkedIn-Gruppen?

LinkedIn-Gruppen sind vergleichbar mit analogen Vereins-, Club- oder Teamtreffen. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig, um über bestimmte Themen, aktuelle Neuigkeiten oder Veränderungen zu sprechen.

In LinkedIn-Gruppen treffen sich Nutzer:innen gezielt, um sich fachlich auszutauschen oder zu netzwerken. Die User:innen schließen sich zu bestimmten Themen zusammen, beispielsweise Branchennews, Anwendungsfälle, Neuigkeiten aus einer Region, Themenupdates oder auch Jobangebote für eine bestimmte Berufsgruppe.

In den Gruppen tauschen sie ihre Erfahrungen und Expertenwissen aus und stellen Theorien und Thesen zur Diskussion. Sie wollen Einblicke in ihr Unternehmen geben, Ratschläge einholen oder neue Kontakte knüpfen.

Wie du dein Netzwerk strategisch mit LinkedIn-Gruppen erweiterst

In LinkedIn-Gruppen kannst du dich mit anderen Thought Leadern vernetzen und erhältst aktuelle und relevante Informationen zu Themen, die dich wirklich interessieren. Jedes Mitglied kann selbst Beiträge posten, andere kommentieren oder Inhalte teilen. So stellt LinkedIn sicher, dass jeder Teilnehmer sich aktiv am Diskurs beteiligen kann.

In diesen Gruppen kannst du dich auf vielfältige Weise austauschen: Teile zum Beispiel Links zu Leitfäden oder Fachartikeln. Gib in einem kurzen Beitrag Denkanstöße, um die Diskussion in der Kommentarspalte anzuregen. Oder stelle eine Fachfrage, die von einem oder mehreren Gruppenmitgliedern beantwortet werden kann.

Eine Gruppe lebt von ihrer Community. Wenn du merkst, dass keine neuen Nachrichten oder Beiträge gepostet werden, nimm das Zepter selbst in die Hand – poste Gesprächsanlässe und Diskussionsthemen. Stelle Fragen und vernetze dich aktiv. So erschließt du dir einen neuen Social Selling Kanal.

Welche Arten von LinkedIn-Gruppen gibt es?

Wenn du deine eigene Gruppe gründen möchtest, solltest du wissen, welche Arten von LinkedIn-Gruppen es gibt:

1. Private öffentliche Gruppen: Nur Gruppenmitglieder können die Beiträge der Gruppe sehen. Die LinkedIn-Gruppe wird im eigenen LinkedIn-Profil unter dem Reiter „Interessen“ aufgelistet. Sie erscheint auch in den Suchergebnissen in der Suchleiste.

2. Öffentliche Gruppen: Diese Gruppen erscheinen in den Suchergebnissen und sind unter „Interessen“ auf dem LinkedIn Profil des Mitglieds sichtbar. Die Beiträge sind sowohl auf LinkedIn als auch über Google und Co. lesbar.

3. Private nicht-öffentliche Gruppen: Sie erscheinen nicht in den Suchergebnissen und auch nicht auf dem LinkedIn-Profil. Die Beiträge sind nur für Gruppenmitglieder sichtbar.

Wie erstelle ich eine LinkedIn-Gruppe?

Eine eigene Plattform erzielt eine gute Außenwirkung, ist aber auch sehr zeitaufwendig. Die Pflege einer LinkedIn Gruppe erfordert viel Arbeit und Zeit – beides musst du haben, um die Gruppe erfolgreich zu führen.

Deshalb ein Tipp: Erstelle nur dann eine eigene Gruppe, wenn du ein neues Thema behandelst oder innovative Neuigkeiten kommunizieren möchtest.

Wenn du dich dazu entschieden hast, eine LinkedIn-Gruppe zu gründen, musst du die folgenden Schritte befolgen:

Logge dich bei LinkedIn ein. Auf der Startseite erscheint in der unteren linken Ecke das Icon „Gruppen“.

Wenn du daraufklickst, öffnet sich eine Seite mit allen Gruppen, die du abonniert hast. Klicke auf die Schaltfläche „Gruppe erstellen“ oben rechts auf dem Bildschirm. Es öffnet sich folgendes Fenster:

Hier hinterlegst du:

  •  den Gruppennamen: Wähle einen starken Gruppennamen mit Wiedererkennungswert
  • das Gruppenbild
  • die Gruppenbeschreibung: Welchen Zweck erfüllt deine LinkedIn-Gruppe, welche Themen behandelt sie?
  • bis zu drei Branchen (optional), die am besten zu deiner Gruppe passen
  • den Standort über ein Dropdown-Menü
  • die Regeln, die den Umgangston und das Verhalten der Mitglieder, die erwünschten Themen und das Zeitfenster für dein Community Management festlegen
  • die Art der Gruppe: öffentlich oder privat.

Außerdem kannst du in den Einstellungen die Berechtigungen überprüfen: Mit einem Häkchen bestätigst du, ob Gruppenmitglieder ihre Kontakte direkt einladen dürfen. Als Administrator musst du die Einladung bestätigen, bevor die neue Person beitreten kann. Außerdem legst du fest, ob neue Beiträge innerhalb von zwei Wochen vom Admin bestätigt werden müssen, bevor sie für alle Gruppenmitglieder sichtbar sind.

Et voilà: Du musst nur noch auf den Button „Erstellen“ tippen und deine LinkedIn-Gruppe ist fertig!

Achtung: Nach dem Erstellen der Gruppe können die Datenschutzeinstellungen (privat/ öffentlich) nicht mehr geändert werden! Um eine private Gruppe in eine öffentliche Gruppe umzuwandeln, musst du dich an den Kundensupport wenden. Öffentliche Gruppen können nicht in private Gruppen umgewandelt werden.

Wie generiere ich Mitglieder für meine Gruppe?

Als Gruppen-Admin kannst du ganz einfach deine Follower:innen zu deiner LinkedIn-Gruppe einladen. Unter dem Menüpunkt „Kontakte einladen“ oben rechts im Bildschirm lädst du gezielt User:innen ein, die die Einladung angezeigt bekommen. Sie müssen auf den Link tippen, um Gruppen beitreten zu können.

Dazu kannst du in den Einstellungen Filter verwenden, die deine Community nach Unternehmen, Branche und Standort sortieren. Anschließend klickst du auf „Einladen“ und verschickst eine entsprechende Einladungsnachricht.

Wie lösche ich eine LinkedIn Gruppe?

Als Admin kannst du deine LinkedIn-Gruppe über den Desktop löschen. Dieser Schritt lässt sich nicht rückgängig machen – du solltest dir also sicher sein.

Auf der Gruppenseite findest du links das Feld „Gruppe bearbeiten“. Darunter öffnet sich ein Fenster, in dem sich unten links der Abschnitt „Gruppe löschen“ befindet.

In einem Pop-Up Fenster wirst du noch einmal gefragt, ob du die Gruppe löschen möchtest. Bestätige diesen Vorgang erneut und deine Gruppe wird erfolgreich gelöscht.

Wie finde ich LinkedIn-Gruppen, die meinen Interessen entsprechen?

Gib in der Suchleiste das relevante Stichwort ein, zu dem du eine Gruppe suchst. Solche Stichwörter sind zum Beispiel „Job Köln“, „B2B Marketing“ oder „Fotografie“ – je nachdem, wofür du dich interessierst. Filtere die LinkedIn-Suchergebnisse, indem du aus dem Dropdown-Menü den Punkt „(Gruppenname) Gruppe“ auswählst.

Wenn dir ein bestimmtes Thema ins Auge springt, klicke auf die entsprechende Gruppe, dort werden dir weitere Details angezeigt. Du hast die richtige LinkedIn-Gruppe gefunden? Prima, dann wähle den Button „Mitglied werden“ aus. Der Admin prüft deine Anfrage und schon bist du Mitglied der Gruppe.

Alternativ kann dich auch ein Gruppenadministrator oder ein Gruppenmanager – das sind ausgewählte Personen mit erweiterten Seitenrechten – zu der Seite einladen. Über den Link kannst du beitreten.

LinkedIn-Gruppen und Social Selling: Wie passt das zusammen?

Die Qualität einer LinkedIn-Gruppe kann stark variieren und hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Wie viele Mitglieder hat die LinkedIn-Gruppe?
  • Gibt es aktive Moderatoren?
  • Gibt es Kommunikationsregeln für die Gruppe?
  • Sind einige deiner Follower:innen bereits Mitglieder der Gruppe?

Sobald du Mitglied einer Gruppe bist, kannst du selbst Beiträge posten oder interessante Inhalte mit den anderen Mitgliedern teilen. Wichtig ist, dass du auf die Qualität der Beiträge achtest. Stelle dir folgende Fragen: Bietet der Content einen Mehrwert und interessante Einblicke? Passt dein Beitrag zu den Themen der Gruppe?

Mit deinen Beiträgen erzeugst du Sichtbarkeit und hast die Möglichkeit, dich als Experte zu den Themen zu positionieren. Statt Werbung für dein Produkt oder dein Unternehmen zu machen, ist es sinnvoller, dich mit branchenrelevanten Inhalten zu profilieren. So zeigst du, dass du weißt, wovon du sprichst. Mit spannenden Beiträgen und regelmäßigen Interaktionen nutzt du Gruppen als Kanal für dein Social Selling.

LinkedIn-Gruppen Vorteile: B2B-Marketing vom Feinsten

LinkedIn-Gruppen sind eine hervorragende Möglichkeit, um

  • hochwertige Beziehungen zu Mitgliedern auf LinkedIn zu pflegen
  • Interessen und Branchenthemen mit anderen Gleichgesinnten zu teilen
  • zielgruppenspezifischen Mehrwert zu bieten
  • den Bekanntheitsgrad deines Unternehmens als Marke steigern

 

Als Admin deiner eigenen LinkedIn-Gruppe oder als Mitglied einer themenspezifischen LinkedIn-Gruppe hast du viele Möglichkeiten, dein Social Selling voranzutreiben.

Über die LinkedIn-Gruppe trittst du direkt mit (potenziellen) Kund:innen in Kontakt – ohne Umwege. Die Gruppe schafft einen direkten Draht zwischen Unternehmen und Kund:innen und ermöglicht es ihnen, sich untereinander zu vernetzen und direkt zu kommunizieren. Dadurch bauen die Nutzer:innen enge Beziehungen zu deinem Unternehmen auf. Außerdem erreichst du so im besten Fall weitere Expert:innen aus deinem Bereich, deren Input sehr wertvoll sein kann.

Tipp: Reagiere immer zeitnah, um potenzielle Interessent:innen abzuholen. Niemandem ist mit einer zwei Wochen verspäteten Antwort auf eine jetzt gestellte Frage geholfen.

Betrachte LinkedIn-Gruppen als Kommunikationskanal und nicht als Werbeplattform für deine Produkte. Gehe auf die Bedürfnisse und Interessen deiner Zielgruppe ein. Welche Inhalte benötigen sie, was bringt sie wirklich weiter? Lasse dich auf deine Zielgruppe ein und erhöhe dadurch das Engagement in den LinkedIn-Gruppen. Wertvoller Content führt zu wertvollen Interaktionen – und potenziellen neuen Leads.

Indem du relevante Informationen und Inhalte mit deiner Zielgruppe teilst, untermauerst du deinen Expertenstatus. Dadurch wirkt deine Marke glaubwürdig, sodass mehr Interessent:innen auf dich und deine Unternehmensseite aufmerksam werden.

Mit deiner LinkedIn-Gruppe zum Marketing-Genie

Gruppen müssen regelmäßig mit aktuellen Neuigkeiten, Brancheninhalten und Expertenmeinungen gefüttert werden. Nur dann ist die Gruppe eine Bereicherung für ihre Mitglieder. Starte regelmäßig neue Diskussionen oder teile spannende Inhalte, um deine Mitglieder zu aktivieren und sich auszutauschen.

Mit deiner eigenen LinkedIn-Gruppe baust du eine Online-Community auf, die deine Interessen und Inhalte teilt und mehr darüber erfahren möchte.

Die Gruppenfunktion erweitert dein Netzwerk: So knüpfst du langfristig sowohl persönlich als auch beruflich wichtige Kontakte, die zu qualitativ hochwertigen Leads werden können.

Corporate Influencer: DEIN Erfolgsfaktor für B2B-Kommunikation 

Wenn Mitarbeitende zu Markenbotschafter:innen werden, geben sie deiner Marke als Corporate Influencer:innen ein Gesicht nach außen. Lohnt sich das? Ja! Wir zeigen dir warum und wie‘s geht – inkl. gelungenen Beispielen und klassischen Fallstricken, die du umgehen kannst.

Inhaltsverzeichnis

Corporate Influencer vs. Influencer

Influencer:innen sind aus den sozialen Medien nicht mehr wegzudenken. Mit dem Erfolg von Plattformen wie Instagram & Co. haben sie die perfekte Bühne bekommen, um ihre Meinung zu teilen, coole Inhalte zu erstellen und ihre Follower:innen in ihren Alltag mitzunehmen.

Inzwischen prägt ein zusätzlicher Akteur diese Bühne: Corporate Influencer.

Im Gegensatz zu den „klassischen“ Influencer:innen sind Corporate Influencer:innen fest mit dem Unternehmen verbunden, für das sie arbeiten. Sie sind keine hauptberuflichen Influencer:innen – vielmehr ist das Corporate Influencing nur ein Teil ihres Arbeitsalltags.

Sie teilen ihre persönliche Meinung und repräsentieren ihren Arbeitsalltag in der Öffentlichkeit. Hinzu kommen auch Beiträge, die ganz klar beruflichen Fokus haben uns sie Expert:innen positionieren. Diese dargebotene Expertise wirkt sich auch nachweislich positiv auf deine Marke, Produkte oder Services aus.

Sie posten die Beiträge alle auf ihren privaten Accounts. Das macht sie zu einer wertvollen Ergänzung der Unternehmenskommunikation. Authentizität vorprogrammiert. Trotz Branding.

Sie werden so automatisch zu Markenbotschafter:innen und ergänzen die Unternehmenskommunikation durch nahbare und individuelle Kommunikation.

LinkedIn steht hier meist im Fokus, das Kommunizieren auf Plattformen wie Instagram und Tik Tok schließt das Corporate Influencer-Sein natürlich nicht aus.

Aber sind dann nicht Mitarbeiter:innen mit ihren Profilen Corporate Influencer:innen?

Nein. Wir sprechen erst von Corporate Influencer:innen, wenn die Kommunikation strategisch genutzt wird, um bestimmte Ziele zu erreichen. Erst dann sind sie als offizielle Botschafter:innen zu betrachten.

Warum es sich für deine Marketingstrategie lohnt, Corporate Influencer zu etablieren

  • Sichtbarkeit: Corporate Influencer:innen nutzen ihre persönliche Reichweite in sozialen Netzwerken, um das Unternehmen einer breiteren Zielgruppe bekannt zu machen. Sie machen Inhalte sichtbarer und schaffen Berührungspunkte mit Menschen, die sonst vielleicht nicht auf die Marke oder Unternehmen aufmerksam geworden wären.
  • Kundenbindung durch Emotionalität: Mitarbeiter:innen, die das Unternehmen authentisch repräsentieren, schaffen eine emotionale Beziehung zwischen der Marke und den Kund:innen. Durch diese Nähe fühlen sich diese stärker an das Unternehmen gebunden und bleiben diesem länger treu.
  • Markenbildung: Corporate Influencer:innen prägen das Image des Unternehmens und tragen durch ihre Kommunikation maßgeblich zur Markenwahrnehmung und zum Branding bei. Sie verkörpern Werte und Visionen authentisch und glaubwürdig.
  • Verbesserung des Unternehmensimages: Durch authentische und nahbare Kommunikation verbessern Corporate Influencer:innen das Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit. Ihr Engagement zeigt zum Beispiel, dass das Unternehmen Vertrauen in seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat und sich offen nach außen präsentiert.
  • Effizient: Da Corporate Influencer:innen meist im Rahmen der Arbeitszeit agieren, sind die Marketingmaßnahmen im Vergleich zu anderen Methoden relativ kosteneffizient. Zudem fallen aufwendige Briefings weg, die bei der Zusammenarbeit mit Externen üblich sind.

Was User:innen besonders daran fesselt:

  • Insights: Als Insider geben Corporate Influencer:innen Einblicke in den Unternehmensalltag und somit auch in die Unternehmenskultur. Diese bleiben Außenstehenden oft verwehrt. Authentischen Einblicke machen eine Marke greifbarer und stärken das Vertrauen.
  • Glaubwürdigkeit: Da sie als echte Mitarbeitende auftreten, wird ihnen mehr Glauben geschenkt als klassischen Marketingbotschafter:innen. Persönliche Einblicke wirken weniger werblich und erzeugen mehr Vertrauen bei der Zielgruppe.

Dein maßgeschneidertes Corporate Influencer-Programm

Beim Aufbau einer Strategie für deine Markenbotschafter:innen ist es entscheidend, klare Ziele festzulegen und sowohl die Zielgruppe als auch die passenden Kommunikationskanäle zu bestimmen. Deine Corporate Influencer-Strategie sollte dabei als Leitfaden dienen. Innerhalb dessen können sich deine Markenbotschafter:innen dann flexibel und kreativ bewegen.

Inhaltlich orientiert sich die Kommunikation deiner Corporate Influencer:innen ebenfalls an laufenden Kampagnen und Kernthemen.

Die richtige Balance zwischen Vorgaben und Freiräumen ist dabei der Schlüssel, um sicherzustellen, dass deine Kolleg:innen authentisch und glaubwürdig kommunizieren können.

3 Tipps für die richtigen Rahmenbedingungen  

Tipp 1
Damit das Projekt erfolgreich wird, sind ein paar Regeln hilfreich. Dabei geht es nicht darum, zu limitieren oder zu kontrollieren. Sie sind vielmehr Hilfestellung für deine Kolleg:innen. Sinnvoll ist hier beispielsweise eine Liste mit Do‘s and Dont‘s. Gibt es Formulierungen oder Begriffe, die nicht zur Corporate Identity gehören oder die umgekehrt unbedingt immer mal wieder verwendet werden sollen, finden auch diese hier einen Platz.

Tipp 2
Wir empfehlen einen Kickoff-Workshop, der zur Vorbereitung dient. Inhalte sind

a. Social Media Basics: Länge der Beiträge, Stil und Ansprache der Zielgruppe.

b. Gemeinsame Zielgruppenanalyse

c. Tipps zum Umgang mit Kamera, Fotos oder Bearbeitungsprogrammen sowie Vermittlung von Basics zu Urheberrecht, Markenrecht, Datenschutz und Wettbewerbsrecht

d. Umgang mit der Community: Was gibt es zu beachten in puncto Kommentare und Diskussionen? Wie reagiert man angemessen? Wie kann man sich gegen Kommentare und Nachrichten wehren, die die Persönlichkeitsrechte angreifen?

Tipp 3
Transparenz über sämtliche Marketingkampagnen hilft den Corporate Influencer:innen, ihre Inhalte passend zu den Unternehmenszielen abzustimmen. Corporate Influencer:innen müssen außerdem wissen, welche Bereiche streng vertraulich sind und zu welchen Themen gerne Position eingenommen werden darf oder sogar soll. Daher ist es auch wichtig, Mitarbeitende für die Aufgabe auszuwählen, zu denen ein gewisses Vertrauen besteht.

Social-Media-Strategie: 8 Tipps für Reichweite und Erfolg

Erfahre hier, wie das geht!

Wer passt also zu der Rolle des Corporate Influencers?

  • Grundvoraussetzung sollte sein, dass sich die Corporate Influencer:innen auch wirklich mit der Marke und ihrem Arbeitgeber identifizieren können. Anders ist eine authentische Kommunikation, die mit Leichtigkeit und Motivation angegangen wird, nicht möglich.
  • Eine gewisse Social Media Affinität ist von Vorteil, eine besonders große Reichweite aber kein Muss. Hier kann gemeinsam ausgebaut werden. Umgekehrt kannst du niemanden in die Rolle zwingen, nur weil du weißt, dass Person privat in den sozialen Medien aktiv ist.
  • Verteile den Job auf mehrere Kolleg:innen und damit gleichzeitig verschiedene Persönlichkeiten. Achte dabei auf Vielfalt. Faktoren wie Position, Tätigkeit, Alter oder Betriebszugehörigkeit dürfen hier variieren. Auf diese Weise wird eine breite Perspektive ermöglicht, die möglichst viele Teilzielgruppen anspricht.

Social Media ist erst der Anfang

Der Einsatz von Corporate Influencer:innen beginnt nicht mit dem Posten von Beiträgen und endet auch nicht mit dem Communitymanagement. Die Markenbotschafter:innen können dazu beitragen, auch andere Marketingaktvitäten zum Erfolg zu führen. Sie repräsentieren dich bspw. auf Karrieremessen als Arbeitgeber und verleihen dem Thema „Karriere“ eine persönliche Note. Sie sind also automatisch auch Teil deiner Employer Branding Aktivitäten.

 

Social Recruiting: So gewinnst du Mitarbeiter:innen in den Sozialen Medien

Lerne mehr in unserem Blog!

Oder aber sie treten als Autor:innen von fachlich tiefen Expert:innen-Beiträgen auf deinem Corporate Blog auf und verstricken Social Media und Content Marketing geschickt miteinander.

Die Message gilt aber auch genau so intern. Die positiven authentischen Beiträge zugunsten der Marke steigern nachweislich das Wir-Gefühl innerhalb des gesamten Teams und sorgen für einen größeren Zusammenhalt.

Worauf du achten musst

Damit dein Corporate Influencing authentisch und erfolgreich wird, gibt es einige Aspekte, die du beachten solltest.

Ansprechendes Profil

Das LinkedIn-Profil deiner Corporate Influencer:innen sollte eine gute Balance aus Professionalität und Persönlichkeit zeigen. Es geht darum, sowohl das Unternehmen als auch sich selbst authentisch und sympathisch darzustellen, auch wenn natürlich eine gewisse Strategie dahinter steckt. Das Profil symbolisiert die Brücke zwischen Firma und Community.

Profilfoto

Das Foto sollte Kompetenz und Nahbarkeit ausstrahlen. Professionell, modern und freundlich. Ein offenes Lächeln sorgt auch hier für einen positiven Eindruck.

Profilslogan und Titel

Der Titel sollte sowohl die berufliche Rolle als auch den Mehrwert, den der Corporate Influencer bietet, kommunizieren. Klar und prägnant. Gerne auch mit einer persönlichen Note, sofern sie zum Kontext passt.

Beispiel: Software-Architektin | Intelligente Lösungen für Logistik und Transport

Über mich (Zusammenfassung)

Die „Über mich“-Sektion sollte kurz und aussagekräftig sein, ein Alleinstellungsmerkmal sowie die Verbindung zum Unternehmen deutlich machen. Hier sollte die Corporate Story bzw. die Unternehmenskultur, die Vision des Unternehmens und das Engagement für Kunden und Anwender:innen im Fokus stehen. Auch ein Call-to-Action (z. B. „Lass uns vernetzen, um über nachhaltige Lösungen im Vertrieb zu sprechen!“) ist sinnvoll.

Berufserfahrung

Besonders bei der aktuellen Position sollten konkrete Leistungen und Projekte betont werden, idealerweise mit messbaren Ergebnissen (z. B. Umsatzsteigerungen, erfolgreiche Kampagnen). Es gilt, die eigene Rolle hervorzuheben.

Fähigkeiten und Empfehlungen

Fähigkeiten wie „Strategisches Marketing“, „Vertrieb“, „Nachhaltigkeitsmanagement“ oder „Corporate Storytelling“ sollten betont werden. Über allem steht: Relevante Skills hervorheben.

Beispiel:

Schon als Kind habe ich mit Begeisterung Modellzüge programmiert und damit die ersten „Logistik-Systeme“ in meinem Kinderzimmer optimiert – vielleicht war das der erste Schritt in Richtung Software-Architektur. Heute entwickle ich intelligente Lösungen für die Logistikbranche, die genauso reibungslos und effizient laufen sollen, wie meine bunten Züge.

Mit meiner Erfahrung in Cloud-Architekturen, Datenanalyse, KI-gestützter Optimierung und Automatisierung sorge ich dafür, dass komplexe Logistikprozesse smart und benutzerfreundlich werden. Ob es um die Optimierung von Lieferketten, die Automatisierung von Lagerabläufen oder die Integration von Echtzeit-Daten geht – ich liebe es, Technologie und Logistik so zu verbinden, dass Unternehmen schneller und effizienter arbeiten können.

Wenn du genauso viel Spaß an innovativen Lösungen hast wie ich oder mal wissen willst, wie man aus Kinderzimmer-Modellzügen zur Logistiksoftware kommt, lass uns vernetzen!

Authentizität ist das A und O

Corporate Influencer müssen für ihr Umfeld glaubwürdig und echt rüberkommen. Zu viel Kontrolle oder starre Unternehmensvorgaben schaden. Wenn ein Vertriebsleiter, der sonst selten postet, plötzlich jede Woche zu branchenfremden Themen schreibt, wirkt das schnell künstlich.

Lass deine Influencer:innen über Themen sprechen, die sie persönlich betreffen und in denen sie sich wohlfühlen. Ein echter Einblick in ihren Arbeitsalltag – vielleicht mit einem spontanen Selfie aus dem Projekt oder einer persönlichen Meinung zu einer Konferenz – bringt oft mehr als der perfekte, durchgeplante Post.

Ghostwriting – Ein Balanceakt

Natürlich hilft es, deine Corporate Influencer:innen mit Vorlagen oder Themenideen zu unterstützen, aber komplett vorformulierte Posts können schädlich wirken.

Ein Beispiel: Wenn dein Vertriebsteam plötzlich auf Social Media Inhalte teilt, die klar von der Marketing-Abteilung geschrieben wurden, wird das schnell durchschaut. Eine enge Zusammenarbeit und Unterstützung ist gut, aber die Influencer:innen sollten immer das letzte Wort haben, um ihre eigene Sprache beizubehalten.

Schlecht geschriebener Ghostwriting Post

Warum schlecht?

  • Zu viele Floskeln: Der Text verwendet allgemein gehaltene Phrasen („Innovation und Qualität“, „unsere neuen Produkte“), die fast jedes Unternehmen nutzen könnte. Es gibt keine persönliche Note oder konkrete Informationen.
  • Unpersönlich: Es fehlt die individuelle Stimme des Influencers. Der Post klingt eher nach einer Standard-PR-Nachricht als nach einer echten persönlichen Erfahrung.
  • Keine Details: Der Post gibt keinerlei spezifische Einblicke in das Produkt, erklärt nicht den Zusammenhang mit dem Corporate Influencer oder seinen Erfahrungen. Das macht es schwer, eine Verbindung zu den Leser:innen aufzubauen.

Hier das Alternativbeispiel:

Warum ist das ein positives Beispiel?

  • Emotionale Verbindung: Der lockere Ton und die humorvolle Anekdote schaffen eine positive Stimmung und machen den Post und damit auch den Menschen dahinter nahbar.
  • Visualisierung: Die humorvolle Beschreibung des Konfetti-„Unfalls“ malt ein lebhaftes Bild im Kopf und sorgt für Unterhaltung. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Post geteilt wird, steigt.
  • Teamgeist: Die positiven Worte für die Zusammenarbeit zwischen Technik, Entwicklung und Vertrieb zeigt, dass Erfolge im Unternehmen Teamarbeit erfordern, was die interne Kultur stärkt.
  • Interaktive Komponente: Die Aufforderung zum Geschichten erzählen ermutigt die Community, aktiv zu werden und sich einzubringen.

Zeitmanagement nicht unterschätzen

Social Media-Arbeit sieht oft nach einem schnellen Foto oder einem kurzen Post aus, aber dahinter steckt Arbeit. Vor allem, wenn deine Mitarbeitenden neben ihren eigentlichen Aufgaben posten, müssen sie die Zeit realistisch einplanen können.

Das bedeutet: nicht nur den Post an sich, sondern auch das Planen und Erstellen von Content sowie die Interaktion mit der Community. Räume deinen Corporate Influencer:innen genügend Zeit ein, damit sie nicht unter Druck geraten – sei es durch vorher festgelegte Kapazitäten oder unterstützende Ressourcen.

Icon Textpower, Symbol für PR und KI-Sichtbarkeit aus einem Guss

LinkedIn-Posts: Der ultimative Guide für deine LinkedIn-Beiträge

Lerne, wie du durch gut geplante Posts deine Reichweite erhöhst!

Quick Guide: Corporate Influencing effektiv nutzen

Fassen wir mal zusammen:

Learning 1:

Corporate Influencer:innen bieten eine wertvolle Möglichkeit, sich kommunikativ (neu) zu positionieren und sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Mit einer klaren Strategie, engen Abstimmung mit den Influencer:innen und klaren Rahmenbedingungen zur Veröffentlichung der Inhalte lassen sich komplexe Produkte und Themen ansprechend durch die eigenen Mitarbeitenden vermitteln. Dies steigert nicht nur die Reichweite und Bekanntheit des Unternehmens, sondern trägt auch zum Aufbau Teambuilding intern bei. Somit ist Corporate Influencing ein wichtiger Baustein innerhalb der Unternehmenskultur.

Learning 2:

Corporate Influencer:innen ermöglichen externen Personen einen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens. Dies kann das allgemeine Interesse an der Branche erhöhen und gleichzeitig als effektive Werbemaßnahme fungieren: Zukünftige Mitarbeitende erhalten Einblicke in Arbeitsweisen und Teams auf Social Media, während potenzielle Neukunden durch fachliche Informationen und Produktpräsentationen zum Kauf angeregt werden. Bestehende Kunden profitieren ebenfalls von diesen Insidereinblicken, was die Beziehung positiv beeinflusst.

Learning 3:

Idealerweise arbeiten Corporate Influencer:innen so, dass ihre Posts das Unternehmen sympathisch präsentieren, Fortschritte sichtbar machen und den Dialog fördern. Diese Elemente sind entscheidend für den Erfolg eines Corporate Influencer-Posts und tragen maßgeblich zur positiven Wahrnehmung des Unternehmens bei.

Du willst in deinem B2B Unternehmen Corporate Influencer aufbauen – weißt aber nicht wie du anfangen sollst?

Sprich uns an!